Die Berliner Mauer. Eine Zeitreise.

Geschichte, persönlich erlebt: eine Reise durch sechs Jahrzehnte von Ostberlin bis nach Norditalien

Vor sechzig Jahren wurde in der Mitte Europas, im Herzen Berlins, damit begonnen, eines der unrühmlichsten Bauwerke der Geschichte zu schaffen. Es sollte nur 28 Jahre stehen, und zwei Monate zuvor hatte es noch geheißen, es wäre nicht einmal geplant gewesen. Vor allem aber spricht man immer von dessen Fall im November 1989. Dazu habe ich sogar einen kleinen Roman geschrieben, aber heute möchte ich weiter zurückblättern. Zu der Zeit, als die Mauer gebaut wurde, und als sie eine Realität war, die ich als Kind gar nicht in Frage stellte. Anlass ist der sechzigste Jahrestag des im Vergleich zum 9. November 1989 nur halb so berühmten Datums 13. August 1961. Wie ihr es bei mir gewohnt seid, stöbere ich nicht in Geschichtsbüchern, als vielmehr in persönlichen Erinnerungen.

1961, Niederlehme bei Berlin

Meine Eltern, beide noch nicht dreißig Jahre alt, erlebten als junge Familie den Bau der Berliner Mauer. Wie sie damals mit diesen über Nacht geschaffenen und bald darauf steinharten Fakten umgingen, interessiert mich sehr. Meinen Vater, der aus Schlesien stammte und bei Kriegsende nach Dresden umgesiedelt worden war, kann ich leider nicht mehr dazu befragen. Meine Mutter, als waschechte Berlinerin, hatte zwangsläufig gemischte Gefühle, wohnten doch in Westberlin Verwandte und Freunde, die Stadt war ihr im Ganzen gut vertraut. Verständlich ist, dass es schwer war, das historische Geschehen zu bewerten. Damals, weil man wenig wusste und nicht fragen sollte. Heute, weil alles schlicht aus der umgekehrten Perspektive dargestellt und auch wieder vereinfacht wird. Zeitgeistig würde man sagen, dass das Thema Mauerbau in meiner Jugend totgeschwiegen wurde. Dabei war die Mauer für uns, die wir in den siebziger Jahren geboren wurden, einfach Realität und „schon immer dagewesen“. Ich fragte als Heranwachsende nicht groß nach einem Warum. Die Welt war so, wie sie war. Wie man sie uns erklärte. Es gab die Guten, und es gab die Bösen. Und ein „antifaschistischer Schutzwall“ war gebraucht worden, weil unser Land sonst ausgeblutet worden wäre, der Westen uns vereinnahmt und sein kapitalistisches, antihumanistisches System übergestülpt hätte. Ich kannte keinen Begriff wie „Soziale Marktwirtschaft“. Ich hörte von Drogentoten und hoher Arbeitslosigkeit, von Bettlern auf den Straßen und wenigen Reichen, die auf Kosten der einfachen Leute, die ständig in Angst um ihren Arbeitsplatz lebten, im Überfluss schmarotzten. Naiv? Selbstverständlich war es das. Es war kein komplettes Bild gesellschaftlicher Zustände, es war ein Ausschnitt, in politischer Absicht zurechtgeschnitten. Und wer wie ich in diese konstruierte Darstellung hineingeboren worden war, sicher abgeschirmt von „feindlicher“ Ideologie, der sah die Welt so. Auch auf der anderen Seite wurde vereinfacht, wie man weiß. Ebenso absurd, so finde ich, war es doch, die Annahme zu verbreiten, in der DDR wäre das Leben nur grau in grau, hätte es nur das Allernötigste zu essen gegeben und alle hätten von Bananen und Reisen in den Süden südlicher als Bulgarien geträumt. Beim Recherchieren zu diesem Artikel stieß ich bei LeMO (Lebendiges Museum Online, Haus der Geschichte) auf folgende Beiträge, wie der Mauerbau damals in Ost und West in den Medien kommentiert wurde. Im Originalton und mit dem Originalvokabular beider Systeme wird klar, wie knallhart Ideologie eine differenzierte Sicht auf die Dinge erschwerte und wie von beiden Seiten das Feindbild konstruiert wurde.

Berichterstattung im Osten:

Ausschnitte aus der DDR-Wochenschau „Der Augenzeuge“: Der Bau der Berliner Mauer sei notwendig, um einen bewaffneten Überfall der Bundesrepublik auf die DDR und einen Krieg zu verhindern.

Berichterstattung im Westen:

Die UFA-Wochenschau berichtet über den Bau der Berliner Mauer: In der Nacht zum 13. August 1961 riegelt das SED-Regime die Sektorengrenze nach West-Berlin ab.

In den achtziger Jahren, an die ich mich bewusst erinnere, unterhielten wir uns in meiner Familie sehr wohl über die Zeit, in der die Mauer gebaut worden war. Ich weiß, dass man mir erzählte, wie mein Vater bei der NVA (Nationale Volksarmee, die Streitkräfte der DDR) in Gefechtsbereitschaft und tagelang nicht zu Hause gewesen war. Zum Glück kam es nicht zu einem militärischen Konflikt. Meine Mutter reimte sich aus den Nachrichten im Radio zusammen, was der Grund für seine Abwesenheit war. Sie waren gerade am Renovieren, mein Vater hatte Urlaub, und seine Hilfe wäre dringend benötigt worden. Doch dann kam eines Morgens der Befehl, sich sofort in der Dienststelle zu melden. Er blieb ein paar Tage weg, aber das kam öfter vor. Meine Eltern wohnten damals mit meinen beiden Schwestern, gerade fünf und drei Jahre alt, in Niederlehme bei Berlin. Niedaheeme. So nannten mein Vater und seine Soldaten scherzhaft ihren Wohnort. Meine Mutter war es gewohnt, dass ihr Mann nicht da war. Auch, dass sie keine Fragen stellen sollte. Militärgeheimnisse, klar. Der Feind hörte mit. Der Feind war auch immer zu nah, bei offener Grenze. Und nicht nur das. Der kapitalistische Gegner, in Gestalt des mit den Jahren immer goldener glänzenden Westens, lockte qualifizierte Arbeitskräfte und junge Leute aus der DDR ab, die dann beim Aufbau des Sozialismus fehlten. Dem musste, so argumentierte man, ein Riegel vorgeschoben werden. Dass dieser Riegel ein physischer aus Stacheldraht und Mauersteinen sein musste, das hatte noch im Juni, ganz genau am 15. Juni 1961, Walter Ulbricht höchstpersönlich der Presse gegenüber strikt verneint. Aber vielleicht ahnte er wirklich nichts, der Arme, und der Befehl kam dann überraschend vom großen Bruder, der Sowjetunion, oder direkt von Towarischtsch Chruschtschow.

2021, Vedano Olona, Norditalien

Unsere Tochter, die fast genau auf den Tag sechzig Jahre später in Italien, am 11. Juni 2021, ihr Examen der Terza Media hatte (die Mittelschule schließt in Italien nach der achten Klasse mit einem Examen ab), konnte mit Ulbrichts Zitat und dessen Übersetzung die Prüfungskommission beeindrucken. Die Berliner Mauer, als Symbol des Kalten Krieges und Konfliktes zwischen Ost und West, wurde im italienischen Geschichtsunterricht in der achten Klasse zwar behandelt, aber lediglich angeschnitten. Dass meine Tochter das Thema als Aufhänger ihrer Präsentation wählte, war nicht meine Idee gewesen. Ihr gefiel es, mit persönlichen Aspekten ein Stück Authentizität in ihren Vortrag zu bringen und die eigenen deutschen Wurzeln einfließen zu lassen.

So eröffnete sie die Präsentation mit Fotos unseres Besuches am Check Point Charly vor einigen Jahren. Mit dem Ausgangsthema konnte sie in ihrem Vortrag dann verschiedene Unterrichtsfächer verbinden: Geschichte, Kunst (Kunst an der Mauer, Street Art, East Side Gallery), Naturwissenschaften (Klimawandel, ausgehend von einem Mauerkunstwerk). Einen Teil trug sie in englischer Sprache vor. Sie baute auch Diagramme und Statistiken ein, so dass der Mathe-Prof ebenfalls auf seine Kosten kam.

1989, Strausberg bei Berlin und Varese, Norditalien

Ich war siebzehn, als die Mauer am 9. November 1989 fiel. Mein Mann, Italiener und zwei Jahre jünger als ich, behauptet, zuhause in Varese mit seinen Eltern in der Nacht vom 9. zum 10. November die Liveberichte aus Berlin im Telegiornale verfolgt zu haben. Ich denke, er irrt sich und sah alles am Tag nach jener historischen Nacht, aber er besteht darauf.

Ma ti facevano guardare la tele fino a così tardi? Sag bloß, sie ließen dich so spät abends noch fernsehen?

Mit dem Argument seines zarten Alters und dass er doch schon hätte im Bett liegen müssen, versuche ich meine Skepsis augenzwinkernd zu begründen. Wahrscheinlich kratzt es mir an der Ehre, dass ich in jener Nacht daheim in Strausberg tief und fest und ahnungslos schlief, und erst am Freitag, dem 10. November, erfuhr, was geschehen war und dazu (DDR-)Fernsehen schaute. Dabei wohnte ich nur eine Stunde Autofahrt vom Brennpunkt des internationalen Interesses entfernt. Schon damals war man womöglich aus der Ferne, dank jederzeit einsatzbereiter Journalisten, näher dran, als wenn man sich persönlich fast vor Ort befand, aber das Ereignis schlicht und ergreifend verpennte. Noch am 6. Oktober 1989, dem Vorabend des vierzigsten und letzten Geburtstages der DDR, war ich beim Fackelzug der FDJ dabei gewesen und mit meiner elften Klasse an der Tribüne mit Honecker und den Gästen aus den sozialistischen Brüderstaaten vorbeimarschiert. Ob ich auch „Gorbi, Gorbi!“ rief, wie jetzt behauptet wird, dass es alle taten? Nein, auch niemand aus meiner Klasse. Wir sahen Gorbatschow mit Perestroika und Glasnost skeptisch. Nicht verurteilend. Eher abwartend. Ihn aber als den Helden und Befreier unserer Gesellschaft anzurufen und zu feiern, das kam uns nicht in den Sinn. Mein Vater war beim ersten, enthusiastischen Fackelzug zur Gründung der DDR 1949 dabei gewesen, ich vierzig Jahre später, beim letzten organisierten Aufmarsch. Verunsichert war ich dabei, wir hatten Angst vor Zwischenfällen, wie es sie in jenen Tagen in Berlin gegeben hatte. „Rowdies, Unruhestifter“ waren unterwegs, so hatte es geheißen. Ich war damals froh, als wir am Ende der Veranstaltung wieder in unserer Unterkunft waren. Damit schließt sich der Kreis, was die erlebte Geschichte unserer Familie betrifft. Am Anfang der gute Glaube an eine bessere Gesellschaft, den Aufbau eines Lebens, in dem Kriege und Armut für immer der Vergangenheit angehören würden. Am Ende die Einsicht, dass Theorie und Praxis zu weit auseinanderklafften, das System sich in den Ruin gewirtschaftet hatte.

2021, Vedano Olona, Norditalien

Meiner Tochter erzähle ich heute von damals und versuche, der Komplexität der Dinge gerecht zu werden. In ihrer Prüfung zeigte sie passend zum Thema mein FDJ-Hemd. Sie ist jetzt vierzehn, wie ich, als ich es erstmals trug. Ihre Examensnote: Eine fette 10*, Volltreffer. Stolzer könnte man als Mutter nicht sein.  Ich wünsche mir für sie und alle jungen Menschen, dass sich irgendwann der am Ende ihres Vortrags präsentierte Wunsch, von einem Künstler an die Berliner Mauer geschrieben (East Side Gallery, Jolly Kunjappu: Dancing to Freedom), erfüllt:

„Nie mehr Krieg. Keine Mauern mehr. Eine geeinte Welt.“

Naiv? Ja, und wie. Aber aus tiefstem Herzen und im vollen Bewusstsein der Widersprüchlichkeiten gesellschaftlicher Zustände und Systeme. In Hoffnung auf einen Triumph der Menschlichkeit. In Hoffnung auf eine Welt, die ohne Mauern auskommt, um humanistische Werte zu pflegen und vor Angriffen aus welcher Richtung auch immer zu schützen. In der niemand sein Leben verliert, nur weil er gern im Nachbarland leben möchte. In Hoffnung auf eine Gemeinschaft, die gegensätzliche Interessen und daraus geschürten Hass überwindet und einen vernünftigen, guten Weg geht.

Man wird ja wohl noch träumen dürfen.

Zum Weiterlesen: Ein aktueller Artikel beim Spiegel geht der Frage nach, warum die Menschen in der DDR nicht massenhaft gegen die Grenzschließung protestierten, sich arrangierten und sogar ein großer Teil den Mauerbau als „aus damaliger Sicht richtig“ bezeichnete.

*In Italien ist 10 die höchste Schulnote, in Deutschland der 1 entsprechend. Mit einer 5 hat man nicht bestanden.

Abbildungen: Aus der Prüfungs-Präsentation unserer Tochter zum „Esame di Terza Media“, Juni 2021. Quellen im Einzelnen: Titelbild: focus.it / Zitat Walter Ulbricht: bundesregierung.de / Mauerfall: euronews / Eastside Gallery Berlin: Dancing For freedom, Jolly Kunjappu. 

Veröffentlicht von Anke

La Deutsche Vita in Bella Italia auf meinem Blog tuttopaletti.com. Geboren in der DDR, lebte ich zunächst im wiedervereinigten Deutschland und habe in Norditalien meine Heimat gefunden. Ein Leben zwischen den Welten und Kulturen, schreibend, lesend, neugierig und immer auf der Suche nach neuen spannenden Geschichten.

16 Kommentare zu „Die Berliner Mauer. Eine Zeitreise.

  1. Dein Beitrag zum Mauerbau berührt mich mehr, als alle Zeitungsartikel und Fernsehberichte zusammen. Als Hamburgerin und 1952 geboren war die Mauer für mich auch immer vorhanden und die, die im Osten leben mussten, waren ohne Zweifel zu bedauern. Weihnachten wurden Päckchen für unserer „Brüder und Schwestern“ in der Schule gesammelt und wir wurden angehalten, in der Adventszeit Kerzen in die Fenster zu stellen, um an die armen Menschen dort im Osten zu denken. Eine vernünftige Aufarbeitung der jüngeren deutschen Geschichte fand in der Schule und im Elternhaus nicht statt.
    Ja, so war das. Später gab es noch eine Klassenreise nach Westberlin und wir stiegen auf einen Aussichtsturm, um in den Osten zu gucken.

    Als meine Söhne viele Jahre später in den „ehemaligen Osten“ zogen, fragte ich sie, ob sie bemerken, dass sie im Gebiet der ehemaligen DDR lebten. Sie guckten mich verständnislos an und fragten, woran sie das denn merken sollten. Das fand ich super!
    Heute sehe ich unsere Geschichte der Trennung und Vereinigung natürlich differenzierter. Ich hätte mir gewünscht, die „Vereinigung“ wäre nicht so überstürzt passiert. Vielleicht hätten wir dann jetzt weniger Probleme…..
    Liebe Grüße nach Italien! Regine

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    1. Ein sehr schöner Beitrag, liebe Anke. Meinen Rückblick „eine Mitläuferin“ hattest du ja bereits gelesen und festgestellt, dass wir, obwohl wir nicht weit voneinander entfernt in der DDR wohnten, doch unterschiedliche Wirklichkeiten hatten. Meine Eltern, besonders meine Mutter, litten sehr unter dem plötzlichen Eigesperrtsein.
      Bei meinem Mann war es noch schlimmer. Sein zwei Jahre älterer Bruder wurde von seinen Eltern nach Westberlin zur Schule geschickt, wegen vermeintlich besserer Bildungschancen, während der Rest der Familie in Greifswald blieb. Unglückliche Umstände führten dann dazu, dass sich die Geschwister Jahre nicht sehen konnten. Sein Bruder durfte nicht in die DDR einreisen und seine Einsamkeit in der fremden Stadt hat sein ganzes Leben beeinflusst.
      Es gab schlimme Schicksale durch den Bau der Mauer und ich bin froh über 1989. Am 9. November 1989 kam ich übrigens von einer Brigadefeier nach Hause und meine Schwester erzählte mir von der Grenzöffnung und ich glaubte ihr nicht. Am nächsten Tag wurde ich 21 und eine ganz andere Zeit brach an.

      Gefällt 3 Personen

      1. Liebe Bettina, danke für deine Zeilen! Uns zwei verbindet so viel und doch lebten wir in gewisser Hinsicht in ganz verschiedenen Realitäten. Es ist immer wieder spannend, tatsächlich gibt es nicht eine Geschichte, sondern Tausende, die so verschiedenen Facetten haben. Mehr als jede Ideologie oder Information prägt uns schließlich das eigene Erleben, was uns widerfahren ist. Und da ging es mir so, dass das propagierte Bild mit meinem Erleben recht deckungsgleich war. Zufall, Umstände. Ich schließe nicht aus, dass es den Erwachsenen anders ging. Ich als Kind und Jugendliche war noch nicht an Widerstände gestoßen oder in Konfliktsituationen geraten und hatte davon, was womöglich hinter den Kulissen abging, noch keine Ahnung. Als ich nicht nach Moskau wollte zum Studieren, musste meine Mutter das erklären.
        Das muss ein ganz besonderer Geburtstag gewesen sein, dein 21. Wow! Und dein Beruf, den du gelernt hattest, passte zum Glück auch in die neue Wirklichkeit! Ich begann dann 1990 das „richtige“ Studium, bei der Materie Ökonomie war das auch besser so. Liebe Grüße an die Oder!

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      2. Ja, liebe Anke, es gibt tausende Geschichten. Ein Lieblingsausdruck meines Mannes: „Man muss differenzieren.“ Und das gilt für jeglichen Blick in die Vergangenheit und Geschichte. Ich bin nicht undankbar über mein Leben und Erleben in der DDR. Es gehört zu mir. Großartige Konfliktsituationen gab es für mich auch nicht. Und ich war an mein Dasein mit Einschränkungen gewöhnt im Gegensatz zu meiner Schwester und anderen, die sogar die Flucht wagten.
        Hui, Ökonomie, das stelle ich mir kompliziert vor, aber nützlich, gerade im Umbruch. Danke für deine Antwort trotz Urlaub. Liebe Grüße von der Oder Richtung Süden 😉

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    2. Liebe Regine, vielen Dank für deine Zeilen, sie haben mich sehr gefreut. Und wie interessant, was du so erinnerst. Ich glaube, das gegenseitige Interesse der Menschen in Ost und West blieb nach dem ersten Freudentaumel oft auf der Strecke. Das ist so schade. Tatsächlich, ihr habt Weihnachtspäckchen gepackt? Wo die wohl hingegangen sind, also davon hatte ich noch nicht gehört. Wir sammelten und packten Päckchen für Afrika. Ja, die Vereinigung lief überstürzt und hat viele Menschen überfordert. Auf einmal war alles nichts mehr wert gewesen, was bisher das Leben und Sicherheiten waren. Manch einer wünschte sich Freiheit, ohne damit zu kalkulieren, dass diese auch die Freiheit von gesicherten Ansprüchen wie den auf den Arbeitsplatz bedeutete. Ein respektvollerer und sanfterer Übergang wäre schön gewesen, aber war über Nacht nicht machbar. Die Baupläne lagen wohl nicht in den Schubkästen, obwohl von der Deutschen Einheit immer geredet worden war.
      Auf privater Ebene gibt es schöne Geschichten und wie du sagst, die junge Generation denkt oft zum Glück gar nicht mehr in Ost/West-Kategorien.
      Liebe Grüβe in den Norden! Anke

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  2. Oh danke! Diesen Beitrag habe ich noch nicht ganz zuendegelesen, doch ich spüre schon: Der ist echt, und ich solllte ihn auch auf meinem Blog zeigen. Darf ich?? Auch wenn er sehr lang ist, so sollte das kein Grund dafür sein, ihn nicht zu zeigen.

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      1. Wie es scheint, ist es gelungen, und man/frau kann nun diesen Beitrag auch bei mir finden und lesen. Ich bin gespannt auf die weiteren Reaktionen. Alles Gute derweil und viel Freude beim Schreiben! 😊🙏💛💕✋

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      2. Dankeschön. Jetzt bin ich ja gerade in der Blogpause, aber das Notizheft ist immer dabei, so ganz abschalten geht kaum. Ich sammele neues Material.😃 Einen schönen Sonntag wünsche ich dir!

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