Herbst ist, wenn es abends nach Kaminfeuer duftet und in der Stadt geröstete Esskastanien verkauft werden. Wenn ich wieder einen Platz in der Sonne suche und sie mir direkt ins Gesicht scheinen lasse.
Schön klingt das. Es war die Aufgabenstellung in einem Schreibseminar, etwas Schönes über den Herbst zu schreiben. Und das sollten nicht Allgemeinplätze wie Apfelkuchen, Altweibersommer oder bunte Blätter sein. Ich bin tief in mich gegangen, habe danach gesucht, was ich sehe, rieche, empfinde. Die plötzliche Lust auf Sonne im September überrascht mich jedes Jahr aufs Neue. Dieses wohlige Gefühl, das sie schenkt, wenn sie nicht mehr rücksichtslos brennend vom Himmel knallt. Nein, ich bin keine Sonnenanbeterin. Ich liebe den Schatten. Es sei denn, es ist Herbst und jeder Tag kann der letzte sein, an dem ihre Strahlen noch einmal wärmen. Wenn endlich der Balkon wieder der Lieblingsort ist, wo man gerne sitzt, liest und häkelt. Wo man die Blätter im Wind rauschen hört und den Nachbarn, der noch einmal Rasen mäht. Wo man die Füße auf den Stuhl legt und sich den Nachmittagskaffee mit einem Stück selbstgebackenem Pflaumenkuchen (oder Apfel) schmecken lässt. Wo das Leben nicht schöner sein könnte.
Bis es laut brummt. Etwas, das einer Mini-Drohne gleicht, kommt schräg über den Kopf geflogen und landet mit einem lauten Klatsch drei Zentimeter neben dem Kuchenteller auf dem Tisch. Ich ducke mich weg. Ruckartig. In meinem Nacken breitet sich ein stechender Schmerz aus.
Da sitzt sie. Auf der Lauer, wie es in einem lustigen Kinderlied heißt. Aber die ungebetene Besucherin ist nicht allein. Sie sind viele. Sie hocken in den Lamellen der Fensterläden und unter dem Dachgesims, machen es sich am Fliegengitter und auf den Blättern der Kapuzinerkresse gemütlich. Sie balancieren über die Stuhllehne, auf der Balkonbrüstung und die Tischkante entlang. Wenn man sie vertreibt oder gar zerquetscht, riecht es fürchterlich. Wie konnte ich diesen Geruch ausblenden, als ich die Jahreszeit beschrieb?
Der Herbst gehört nicht uns. Er gehört ihnen: den Stinkwanzen.
Eine wunderbare Beschreibung der Jahreszeit, die wir auch gerade in vollen Zügen genießen. Stinkwanzen sind auch bei uns unterwegs, aber nicht in „Kolonnen“ 😉
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Danke, liebe Bettina. Da habt ihr Glück. Bei uns ist es seit mindestens fünf Jahren ein Plage mit ihnen, vorher war das auch nicht so schlimm.
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Ich habe noch keine Stinkwanze gesehen und teile deine Begeisterung für den September, der für mich auch der schönere Sommer ist. 🙂 Im Moment ist sogar der Oktober noch so toll. Vielleicht gibt es ja etwas, das die Stinkwanzen fern hält.
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Da habt ihr Glück! Wir müssten es mal mit essenziellen Ölen versuchen. Alles mit Knoblauch oder Seifenwasser zu besprühen, fand ich jetzt auch nicht so entzückend.
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Statt Stinkwanzengestank Knoblauchgeruch erscheint mir auch nicht besser. :)))
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Pfui deibel 😀
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So kann man es auch sagen. Kurz und treffend.🙈
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Und du wirst es nicht glauben, liebe Anke: Heute sah ich zum ersten Mal eine Stinkwanze. Die Kinder haben sie im Klassenraum entdeckt und mit Hilfe eines Pappbechers nach draußen befördert. Und ich habe mir das Ganze aus sicherer Entfernung angesehen. 🙂
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Sie kommen auch euch besuchen. Siehste! 😉
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Ja, gruselig!
Und ich hätte sie gar nicht erkannt, aber ich habe wirklich fitte Hasen, die das Stinktier sofort richtig eingeordnet . und wieder nach draußen befördert haben. 🙂
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Dabei habe ich so ein schönes Foto für den Blog gemacht. Na, jetzt kennstese. 🙂
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🤢😁
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Sie waren schon in diesem Sommer auf meinem Balkon. Da bin ich dann immer sehr unentspannt, weil ich gar nicht möchte, dass sie auch ungebeten meine Wohnung betreten.
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Ja, im Sommer sind es einzelne Exemplare. Jetzt, seit zwei Wochen etwa, kommt man mit dem Davonjagen nicht mehr hinterher. Und ja, sie finden jedes Schlupfloch in Fliegengittern, um reinzukommen.
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Stinkwanzen und ich – wir werden in diesem Leben keine Freunde mehr… müssen wir aber auch nicht.
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Friedliche Koexistenz wäre eine Idee. Aber sie sollten im Wald bleiben, während ich auf dem Balkon bleibe.
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Ich muss auch täglich welche nach draußen komplimentieren. Was die Sonne betrifft, geht es mir ähnlich, heute morgen mit Hund unterwegs habe ich Handshcuhe und eine Mütze vermisst, Heute um die Mittagszeit schien die Sonne gar so wohlig.
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Ich kann dich trösten, auch bei uns in Italien wird es nachts und gegen Morgen langsam frischer, sicher noch nicht so kalt wie bei euch.
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Grazie mille cara Anke
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Liebe Anke,
Schöner Beitrag, trotz der Stinkwanzen. Bitte diese nicht zerquetschen! Wenn man es schafft, sie mittels eines Blatts Papier und eines über sie gestülpten Glases hinaus zu befördern, stinken sie nicht – und sind dann hoffentlich wirklich draussen.
Ja. der September! Mir kommt dabei eine Strasse unter hohen Bäumen in Istanbul in den Sinn – oder der grün-goldene Garten eines Jerusalemer Hotel-Restaurants. Wie die Sonnenstrahlen sanft und golden durch die Blätter leuchteten – unvergesslich, und jedes Mal eine glückliche Erinnerung. Elisa
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Leider haben sie den starken Drang, immer wieder an die Fenster oder sogar in die Wohnung zu kommen. Sie suchen es warm, sagt man.
Interessant, dass du deine schönsten Herbstbilder von Reisen hast. Das waren bestimmt sehr besondere, unvergessliche Eindrücke, liebe Elisa.
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Liebe Anke, der September ist auch in der Schweiz mein Lieblingsmonat. Er hat etwas Sanftes, Melancholisches und lässt die schönen Sommertage nochmals nostalgisch aufleben. Liebe Grüsse, Elisa
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Oh bei uns sind es dieses Jahr auch so viele… Und sie finden wirklich jedes, noch so kleines Loch, um in die Wohnung zu schlüpfen.
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Genau, dabei sind sie gar nicht sooo schlank.😉
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