Das Lebensmittelbeschaffungsmanagement in einem mehrköpfigen Haushalt funktioniert so lange reibungslos, wie es einen Manager gibt, der das Sagen hat. Er kennt die individuellen Wünsche und betreibt eine ausgeklügelte Vorratswirtschaft, die alle akzeptieren. Sind die Haushaltsmitglieder jedoch im Teenageralter, kommt jeder noch so bravouröse Lebensmittelbeschaffungsmanager irgendwann an seine Grenzen. Die kulinarischen Vorlieben Heranwachsender ändern sich ständig. Ich vermute sogar, über Nacht. War wochenlang das weiße Sojajoghurt der Renner, steht der Teenager eines Morgens auf und verlangt nach griechischem Joghurt, fettfrei. Der flexible Vorratsbeschaffer stellt sich schnellstmöglich um. Er beschafft das Gewünschte, aber ehe er sich versieht, bleibt der griechische fettfreie Joghurt schon wieder stehen. Mittlerweile gibt es den High-Protein-Hype und entsprechende Joghurts und Cremedesserts, die der Teenager begehrt.
Ihr habt sicher verstanden, dass in unserem Haushalt ich die Rolle des geplagten Beschaffungsmanagers spiele. Aus purer Verzweiflung befasste ich mich neulich mit diesen Smart Kühlschränken, die Einkaufslisten automatisch erstellen, weil sie den Verbrauch erkennen und wissen, was gewünscht ist. Leben Teenager im Haushalt, müsste eine hyperintelligente KI aber so schlau sein, deren wechselnde Vorlieben voraussagen zu können. Das traue ich auch der neuesten Technik nicht zu. (Mit meiner smarten Waschmaschine stehe ich noch immer im Wettstreit, wer das letzte Wort hat.) Was kann ich also tun? Wenn ich etwas hasse, sind es Joghurtvorräte, die sich dem Verfallsdatum nähern. Dann bin ich es nämlich, die ungeachtet ihrer eigenen Geschmackspräferenzen in den sauren Apfel beißen und den verschmähten Joghurt auslöffeln muss. Manchmal tröstet es uns Teenagereltern, dass es Leidensgefährten ähnlich geht. Jan Weiler berichtet in „Älternzeit“*, dass sogar sein zwanzigjähriger Sohn ‒ so bezeichnetes Exemplar eines Spät-Pubertiers ‒ mit der Versorgung im Hotel Papa nicht zufrieden ist:
„Nick ist eine Art Ein-Mann-Verbraucherschutzorganisation und beklagt sich ununterbrochen. Zum Beispiel fordert er plötzlich Bananenjoghurt. Dabei habe ich gerade erst tonnenweise Kirschjoghurt rangeschafft, auf sein Geheiß natürlich. Und jetzt beklagt er sich darüber, weil er erst Kirsch vertilgen muss, bevor es Banane gibt. Er findet daher, er lebe in einer Diktatur.“ (S. 135)
Dass immer ich es bin, die die Vorräte vor dem Verfall rettet, liegt vermutlich auch an meiner Ostsozialisation. Schließlich erinnere ich mich gut, dass Joghurt so etwas wie eine Delikatesse war. In Bezug auf die mangelnde Verfügbarkeit. Es gab dieses dünnflüssige, süßlich saure Gemisch, das sich Joghurt nannte (und vermutlich im Vergleich zu vielen heutigen abenteuerlichen Rezepturen ein solches war), in kleine Milchflaschen abgefüllt. Zwei Sorten: weiß und rosa. Ob letzteres als Kirsch-, Erdbeer- oder einfach nur Fruchtgeschmack beworben wurde, weiß ich nicht mehr. Werbung war ohnehin unnötig. Es sprach sich rum, wenn es Flaschenjoghurt gab.
Südfrüchte sind eine weitere Lebensmittelkategorie, die bei pubertären Mitspeisenden gern in der Kritik steht. Nun darf ich Obst im Supermarkt leider nicht verkosten, und vom äußeren Erscheinungsbild her unterscheiden sich die verschiedenen Sorten Mandarinen, Clementinen und Orangen nur marginal. Da passiert es häufig, dass ich einmal einen Volltreffer lande und die Früchte hochgelobt und schnell verspeist werden. Wenn ich sie dann wiederbeschaffen will, kommt mir eine andere Qualität in den Korb und ich werde beschimpft. Die sind so trocken. Die haben so viele Kerne. Das sind aber nicht die vom letzten Mal. Nein, sind sie nicht. Es tut mir leid, sie sahen genauso schön aus. Und zack, bleibe ich auf dem Kilo Südfrüchte sitzen. Ein harter Schlag, insbesondere für mich, die ich in der Kindheit von Kubaorangen gelebt habe, die nur dem ersten Teil ihres Namens Ehre machten. Orange waren sie nicht. Sie waren gelb oder gelbgrün, trocken und strohig. Wenn es einmal zur Weihnachtszeit in Berlin richtige Apfelsinen gab, die orange waren und saftig und womöglich ganz ohne Kerne, dann war das der Himmel auf Erden. Und ich wusste, dass meine Mutter sie mit Glück sprichwörtlich erstanden hatte und nicht einfach drei Tage später erneut in die Hauptstadt fahren konnte, um Nachschub zu holen. Ich musste mich wieder mit den landwirtschaftlichen Ersatzerzeugnissen aus dem sozialistischen Bruderland zufriedengeben.
Was Obst betrifft, haben auch italienische Familienväter von heute ihre Probleme bei der Vorratswirtschaft. Ein Kollege berichtete in der Kaffeepause, dass die gelben Äpfel bei seinen Kindern plötzlich nicht mehr gefragt seien, nachdem er zwei Stiegen günstig erworben hatte. Jetzt sollten es die rotgrünen sein. Deshalb bringt er nun jeden Tag zwei gelbe Äpfel mit ins Büro. Beim Thema Äpfel gehen bei mir sämtliche Erinnerungslampen an. So gab ich den staunenden italienischen Kolleginnen und Kollegen zum Besten, wie das in meiner Kindheit mit der sozialistischen Planwirtschaft war. Der kleine Laden neben unserer Kaufhalle nannte sich „Obst, Gemüse, Südfrüchte“. Südfrüchte hätte man korrekterweise aus dem Namen streichen sollen. Er führte ganzjährig das gleiche Sortiment aus einheimischen Gefilden: (gelbe) Äpfel, Weiß- und Rotkohl. Also nicht, dass bei uns im Osten alles grau und eintönig war. Das Grundsortiment in den Regalen bildeten mehrfarbige Konserven. Wenn es mal frisches Obst oder Gemüse anderer Sorten gab, so erkannte man das daran, dass sich eine Schlange vor dem Geschäft bildete. Die Verkäuferinnen hatten dann ein paar schwere Stunden, in denen sie richtig schuften mussten. Manchmal verkürzten sie sich selbst ihre Leidenszeit, indem sie die Tomaten, Pfirsiche oder Kirschen nicht kiloweise in Papiertüten, sondern gleich in ganzen Stiegen abgaben. Sehr zum Verdruss derjenigen, die sich ganz hinten angestellt hatten und am Ende gar nichts mehr abbekamen.
Die Italiener lachten und schüttelten mit dem Kopf, aber den eigentlichen Knaller aus der DDR-Vergangenheit hatte ich noch gar nicht erzählt. Um die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit saisonalem Obst und Gemüse zu sichern (während die landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften mit dem Anbau und/oder die volkseigenen Handelsgesellschaften mit der Verteilung nicht zurechtkamen), regte man die kleingärtnernde Bevölkerung an, ihre den Eigenbedarf übersteigende Ernte in den Geschäften abzugeben. Zu einem attraktiven Ankaufspreis, versteht sich. Die Kleingärtner brachten also einen Korb Erdbeeren, Johannisbeeren oder Pflaumen hinten ins Geschäft, der dann vorne an die interessierte Bevölkerung abgegeben wurde. Zu einem attraktiven Verkaufspreis, versteht sich. Also günstig. Wenn der Lieferant drei Mark Fuffzig für das Kilo Obst bekam, kaufte es der Kunde für zwei Mark vorne im Geschäft. Ich kannte jetzt keinen der Akteure persönlich, kann mir aber vorstellen, dass so mancher Produzent hinten verkaufte und den Sohn oder Nachbarn seine eigene Ware vorne zurückkaufen ließ.** Dass das ganze System nicht von Grund auf versagte, war der Ehrlichkeit oder dem Gemeinschaftssinn (behaupte ich jetzt mal) unserer ostdeutschen Landsleute zu verdanken. Meine italienischen Kollegen grinsten nur ungläubig und dachten sich ihren Teil.
Während ich heute die Qual der Wahl und im Supermarkt jedes Mal Sorge habe, ob ich auch das „Richtige“ mitnehme, mussten DDR-Verbraucher im richtigen Moment im richtigen Geschäft aufkreuzen, wenn sie etwas Bestimmtes begehrten. Planwirtschaft auf Haushaltsebene hat immer ihre Tücken. Bitte bewerft mich nicht mit Tomaten, aber in sehr schwachen Momenten wünsche ich mir in Sachen Versorgung für meine Kinder die Zeiten meiner Kindheit zurück. Des Familienfriedens wegen. Lamenti ums Einkaufen, wie oben beschrieben, gibt es nämlich erst heute, wo es alles gibt.
*Jan Weiler: Älternzeit, Wilhelm Heyne Verlag, 2023.
**Mehr zur ostdeutschen Kleingartenkultur und ihrer Rolle in der Planwirtschaft lest ihr hier beim MDR: DDR-Kleingärten: Parzellen des Glücks.
Titelfoto: Symbolbild von Pexels
Grazie. Ho letto con interesse il link.
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Prego! Anche i miei genitori avevano un Kleingarten. Ma proprio klein, non mi ricordo che avessimo avuto troppa raccolta per doverla vendere.
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Haha, siehst du mich beim Lesen nicken?
Bei Joghurt gab es auch noch diesen glibberigen aus den eckigen Büchsen, in sehr rosa. Und nach echten Apfelsinen stand ich mal nach Zahn-OP mit in der Schlange. Sage mal mit dicker Backe „zwei Kilo bitte“. Hat aber geklappt. Die Cuba-Orangen waren sehr speziell…
Für deine Teenager-Versorgung ha ich auch keine Idee, ist von außen nur interessant anzuhören.
Liebe Grüße
Ilka
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Bei diesen Gelegenheiten war kein Opfer zu groß. Wer lebte, stellte sich an. 😉
Liebe Grüße nach Potsdam! (Bei euch gab es immer die guten Kirschen aus Werder, meine ich mich zu erinnern.)
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Zu der Zeit war ich in Potsdam nur zur Lehre. Aber ja, freitags ging es mit „Beute“ Richtung Heimat, wenn möglich.
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Wunderbar, liebe Anke! Angefangen von der logistischen Herausforderung, für die Beschaffung alles Eßbaren verantwortlich zu sein und dabei die wechselnden Vorlieben zu berücksichtigen, über die Verwertung dann verschmähter Speisen, die offenbar uns Beschafferinnen obliegt. Ich erinnere mich an den Trinkjoghurt in kleinen Milchflaschen. Meine Mutter mochte ihn als einzige. Mein Vater war Kleingärtner mit Leib und Seele. Dementsprechend hatten wir oft viel zum Abgeben im Laden. Das einträgliche Geschäft, was du beschreibst, war uns auch bekannt. Meine Mutter wurde zusätzlich von meinem Vater durchs Haus geschickt, an unsere Mieter noch Obst abzugeben, was sie natürlich gerne genommen haben. Ich stimme dir voll zu: ein wenig Mangelwirtschaft 😉 würde die Erziehung der lieben Kleinen dann und wann etwas vereinfachen, zumindest würde manches eher wertgeschätzt werden. Schöne Erinnerungen, Anke und wieder sehr unterhaltsam dargeboten mit viel Wortwitz! Danke und liebe Grüße!
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Danke, liebe Bettina. Meine Eltern hatten in den 80er-Jahren auch einen Kleingarten. Im ersten Jahr engagierte ich mich noch beim Unkrautjäten, später ging ich eher hin, um mich zu sonnen. 😎 Wir haben, so meine ich, alles selbst verbraucht, meine Mutter kochte Marmelade ein. Von Zucchini gab es manchmal eine regelrechte Schwemme, aber die wollten sie im Gemüseladen nicht.
Liebe Grüße nach Frankfurt Oder!
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In unserer Familie bin ich der Kühlschrankwächter 😉 und vermutlich der einzige, der auch nur eine Ahnung hat, was da aktuell drin steht.
Hier in Indien gibts wenigstens Bananen und ans Schlangestehen hält sich eh keiner 😉
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Na, da bin ich aber froh, dass du nicht noch einmal im Leben auf Bananen verzichten musst. 😉 Mann oh Mann, ein Mann in der Kühlschrankwächterfunktion. Klasse!
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Aktuell herrscht da bestimmt Kraut und Rüben ;-), aber wenn ich zurück bin, dann herrscht da wieder Ordnung!
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In der DDR habe ich nicht so lange gelebt, aber was das Essen betrifft: Verhungern mussten wir nicht. Ich erinnere mich an Apfelsinen zu Weihnachten und an das Kinderlied „Apfel, Birne, Pflaume“, das quasi unser gesamtes Obstangebot abdeckt.
Nach der Wende:
Nie werde ich das Bild von Menschen vergessen, die nach einem Kaufhaus-Einkauf Joghurt-Paletten heimtrugen. Mein Papa gehörte auch irgendwann zu den Glücklichen und ich machte früh die Erfahrung, dass ich die Finger von Pfirsich-Maracuja lassen soll.
Danke für diesen Beitrag.
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Liebe Sori, gern, und danke dir fürs Lesen und Kommentieren. Ja, auf (West-)Joghurt waren alle scharf. Ich erinnere mich, dass meine Schwester vom ersten Besuch in Westberlin am ersten Wochenende nach Maueröffnung auch ein paar Becher mitbrachte. Ich konnte das nicht verstehen und überlegte lange, ob und wofür ich das Begrüβungsgeld ausgebe. Für Lebensmittel jedenfalls nicht. Pfirsich-Maracuja war so ein typischer Geschmack damals. Wer weiß, was für Aromen da drin waren, die du nicht vertragen hast, hm?
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Das ist das Los des Kühlschrankwächters, liebe Anke. Wie gut, dass ich für meinen Kühlschrank eigenverantwortlich bin. 😀
Aber glaub nicht, dass das weniger Probleme macht…. 😎
LG Bea
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Tatsächlich? Dann bist du wohl sehr wechselhaft in deinen Essensgelüsten, liebe Bea? 😉
Mein Kühlschrank als Alleinlebende wäre meistens leer, und bevor unsere Kinder zur Selbstbedienung zwischen den Mahlzeiten übergingen und sich nicht mehr damit begnügen, was Mutti auf den Tisch stellt, war er es auch manchmal. Dann ging ich einkaufen. Jetzt komme ich vom Einkaufen zurück, fülle den eigentlich schon vollen Kühlschrank auf, um eine halbe Stunde später kritisiert zu werden, dass überhaupt nichts Vernünftiges zu essen da wäre. 😂
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Gacker))) .. ist wohl in allen Familien das Gleiche. 🙂
Hab ein schönes Wochenende und liebe Grüße Bea
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Ein schöner Beitrag, der Erinnerungen weckt, liebe Anke.
Wir wohnten in einer Hafenstadt, wo Südfrüchte angelandet wurden, so dass wir als DDR-Bürger damals schon des öfteren in den Genuss von Bananen und Apfelsinen kamen, da die Lagerkapazitäten begrenzt waren. Bevor das Obst ganz verdarb, kam es in den Handel.
Soweit ich mich erinnere, wurden die Cuba-Orangen als reine Saftorangen angebaut. Sie ließen sich schwer schälen, sollten nur ausgepresst werden. Da sie grün geerntet wurden, war der Reifegrad eher schlecht und die Früchte teils strohig.
Ich erinnere mich, dass mein Sohn als Jugendlicher weder Gemüse noch Obst aß. Er ‘vertrug’ nur Nutella-Brote!!!
Neulich rief er an und beschwerte sich über seine Tochter, die weder Obst noch Gemüse isst!! Von wem sie das wohl hat, fragte ich.
Von der Omi jedenfalls nicht😜
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Danke, liebe Jutta. Interessant, jetzt weiß ich, wo das Obst blieb, das es nicht bis zu uns schaffte. 😉 Saftorangen? Diese strohigen Dinger? Da war man wohl noch am Experimentieren beim Züchten. 😅 Jetzt bin ich ja verwöhnt, im Land der sizilianischen Tarocco-Saftorangen. Schickst du deine Enkelin mal zu uns! 😄 Liebe Grüße!
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Also, was den Joghurt angeht, ist meine Teenagerin aber sehr stur: Sie bleibt seit fast zwei Jahren beim griechischen Joghurt, aber: es muss der vollfette sein (der fettfreie schmeckt aber auch echt brrrr) und von einer bestimmten Eigenmarke mit dem roten Dreieck. Andere Sorten munden nicht. Die Frage ist eher: wann isst sie Joghurt zum Frühstück und wann Toast? Irgendwas ist immer zu wenig da. (Und was zu viel an Joghurt ist, wandert in Quarkspeisen, Tsatsiki, Tikki Masala und andere Highlights. Übrigens essen wir den auch noch mindestens zwei Monate nach dem MHD, solange gucken-riechen-probieren funktioniert.)
Noch unberechenbarer ist höchstens der beste aller Ehemänner, vor allem, wenn es um Schokoladenvorräte geht: Traube-Nuss oder Joghurt-Schoki kaufe ich eigentlich nur für mich, weil das sonst niemand mag. Außer der Herr hat sooo einen Jieper und es ist nix anderes mehr da. Da gucke ich dann dumm aus der Wäsche, wenn mir mal nach etwas Süßem ist…
Jedenfalls habe ich herzhaft gelacht über deine „Freuden“ des Kühlschrankmanagens. Und über den zweiten Teil deines Berichtes werde ich wohl noch länger grübeln. Danke für diese Einblicke..
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Liebe Anja! Ich sehe, die Probleme sind manchmal anders geartet, aber immer gibt es welche. Ach, war das noch schön, als die Kinder aßen, was ich auf den Tisch stellte. Sie werden noch an diese Zeiten zurückdenken, wenn sie für sich selbst sorgen und dann sicher auch umsichtiger und weniger anspruchsvoll sind, schon allein aus Geldgründen.
Dass dein Mann dir (heimlich) die Schoki wegisst, ist unerhört. 😂 Überhaupt, diese Selbstbedienung. Ich finde oft leere Umverpackungen im Vorratsschrank. Ob sie meinen ich merke so nicht, dass sie die Kekse schon wieder aufgegessen haben? In Wirklichkeit denke ich, es sind noch welche da und kaufe keine nach. Das ist das wahre Übel.
Hab ein entspanntes Wochenende mit ausreichend Toast oder Joghurt, je nachdem, was gewünscht ist.
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Liebe Anke, so leiden wir unterschiedlich, aber gemeinsam unter unseren zweibeinigen Mäusen. Ich sag nur: Mitdenkerlehrgang besuchen😅.
Und beides ist vorrätig😉
Liebe Grüße.
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Sehr witzig geschrieben! Das ist ja perfekter Anti-Kapitalismus – Waren teurer anzukaufen, als man sie verkauft. Aber hat wohl auch funktioniert, irgendwie…
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Danke schön! „Alles zum Wohle des Volkes“ war die Idee. So ging die Rechnung aber nicht auf. 😉
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Vielleicht solltest du zur Chef-Ausbilderin für angehende Kühlschrankwächter aufsteigen? Dann meckerst du, was die Teenager-Töchter denn da alles gekauft haben. „Zu trocken, zu fruchtig, zu zäh.“, werden nur einige deiner Anmerkungen sein. 😉
Hier befinden wir uns noch in der Phase, in der ganz viel „Igitt“ ist oder das gewünscht wird, was auf gar keinen Fall im Kühlschrank ist. Ich freue mich schon auf Teenager-Zeiten. 😄 Hab ein schönes Wochenende, liebe Anke!
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Gute Idee! Ansonsten freue ich mich insgeheim auf die Zeiten, in denen sie dankbar an Hotel Mama zurückdenken werden, wenn sie in ihren eigenen leeren Kühlschrank gucken oder im Supermarkt dann doch zu den Angeboten greifen statt zur superteuren Version, die sie eigentlich auf dem Zettel hatten.
Danke, liebe Eva, und euch auch ein nettes Wochenende in Frankfurt!🙂
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Oder sie fahren gleich zu Hotel Mama, denn dort gibt es immer den Lieblingsjoghurt – gratis. 😉
Danke dir!
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Eigentlich heißt doch der Spruch aber: „Bloß gut, dass wir unseren Papa haben, sonst müssten wir uns ein Schwein halten“. Aber ansonsten würde ich es so machen wie das Zitat aus dem Buch „Und jetzt beklagt er sich darüber, weil er erst Kirsch vertilgen muss, bevor es Banane gibt. Er findet daher, er lebe in einer Diktatur.“ – Ich sehe schon, vielleicht war ich doch eine Rabenmutter – aber der Vater war für die Ernährungswirtschaft zuständig.
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Du hast wohl recht, liebe Clara. Ich sollte auch strenger sein, aber das ist oft leichter gesagt als getan. Und dann esse ich es eben selbst, ehe es schlecht wird.
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Bei uns isst mein Mann die Joghurts, die sich jenseits des Verfallsdatums befinden. 😉
Ich denke auch oft: Alles im Überfluss zu haben, tut nicht gut. Im schlimmsten Fall verliert man die Achtung davor, wie Lebensmittel erzeugt werden, was eigentlich dahintersteht. Vielleicht wird deshalb auch so vieles weggeworfen, im Jahr 2020 ca. 11 Millionen Tonnen Lebensmittel, der Großteil der Abfälle entsteht in privaten Haushalten … 😦
Finde ich also gut, dass du dich um die Verwertung trockener Südfrüchte und griechischer fettarmer Joghurts kümmerst! 😉
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Mein Mann isst leider überhaupt kein Joghurt, unabhängig vom Verfallsdatum.
Die globale Lebensmittelverschwendung bei gleichzeitigen Hungerproblemen in der Welt ist eine Schande. Wir tragen in unserem Privathaushalt wenigstens nicht dazu bei. Auch wenn diese Bemühung jetzt, mit Teenagern und ihren Selbstbedienungsmethoden (Wer hat eigentlich wann diese Milch aufgemacht und dann nicht weiter getrunken?) schwerer fällt als vor zehn Jahren, als ich noch Herrin über die Vorräte war. 😉
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Sehr witzig beschrieben. Zwar haben wir früher immer über das Winterangebot (Äpfel, Kohl und Möhren) geschimpft, aber irgendwie hatte man es auch leichter. Da war nichts mit „Qual der Wahl“, man hat genommen, was da war und wenn es das gab. Das hat sicher Zeit gespart.
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Genau. Und es brachte so wunderbare Kombinationen wie Apfel-/Möhrenrohkost und Krautsalat mit Apfel hervor. 🙂
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Ein großartiger Text – vielen Dank dafür!
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Gern, danke fürs Lesen!
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Ach ja, Süüüdfrüchte 🙂 Ich erinnere mich…. „Geschenksendung, keine Handelsware“ auf’s Paket schreiben und ab damit…. 🙂
Ist ein richtig schöner Text geworden und weckt Erinnerungen, wenngleich ganz andere.
Und was den Joghurt angeht, bin ich hier derjenige, der isst und auch gern einkauft, weil er dann fast einzeln gekauft wird. Womit das Problem mit dem Verfallsdatum auch umgangen wird. Meistens jedenfalls.
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Meine Familie gehörte nicht zu den Empfängern solcher Pakete, aber die Aufschrift kenne ich auch, muss wohl so etwas wie ein geflügeltes Wort gewesen sein. 😀
Danke fürs Lesen und Kommentieren. Genieße weiter deine Entscheidungshoheit in Bezug auf Joghurtsorten, das ist bei der Fülle an Varianten Gold wert.👋
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Ja, diese Formelmusste draufstehen- wohl,um es als private Warensendung zu kennzeichnen und nicht als Firmenpost. Ich meine auch, notfalls stempelte der Schalterbeamte diesen Spruch drauf.
Ich erinnere auch noch ganz dunkel, dass mal vor die Postleitzahl statt „DDR“ ein „X“ geschrieben wurde als Zeichen der „Nicht- Anerkennung“.
Meine Oma hatte mehrere Bezugsquellen und hütete das ganze Zeug wohl ganz gut. 🙂 Ist wirklich ein weites Feld,vielleicht sollten wir mal ein Büchlein draus machen 🙂
Lese immer gern bei Dir rein. Kann nur – WP spinnt an der Stelle – nicht ganz so einfach kommentieren. Joghurt… immer weniger und immer teurer. Und oftmals stehe ich davor und habe das Gefühl,ich hätte das alles schonmal durch.
Ich versuche mal, Dich über das Kontaktformular anzuschreiben. Heute oder in den nächsten Tagen, wie ich es schaffe.
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Gern, da freu ich mich.
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Das ist eine schöne Geschichte. Dass Privatleute ihr Obst verkaufen konnten und es dann billiger weiterverkauft wurde, ist schon skurril.
Unser Kühlschrankwärter, also ich, hat eine App eingerichtet, auf die auch mein Mann Wünsche eintragen kann. Ich habe so die leidige Last mit dem Einkaufszettel nicht mehr und klicke nur auf das Symbol. Und wenn er jetzt etwas besonderes essen will, muss er es nur da eintragen. Das macht er nich, beschwert sich aber auch nicht mehr, dass er gern was anderes hätte.
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Wir haben jetzt auch eine ähnliche Methode eingeführt: eine Magnettafel am Kühlschrank zum Anschreiben. Was da nicht steht, kann ich nicht wissen.
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Auch gut. Da kann man das Maulen sein lassen😉
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Großartig. Meine Kinder sind zwar schon erwachsen, hatten aber auch ihre Essschwierigkeiten
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Und heutzutage gibt es noch mehr Qual der richtigen Wahl für die Eltern. 😉
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