Wirklich verboten

Der Italiener und gutgemeinte Hinweise: Ein Verbot ist ein Verbot, sollte man meinen. Wenn etwas verboten ist, braucht es in Deutschland keine verstärkenden Adverbien. Die Italiener hingegen kennen ihre Landsleute und versuchen deshalb, Vorschriften mit besonderen Formulierungen Nachdruck zu verleihen. Obs was hilft?

Magisches Wasser

Der Italiener und die Heiligen: Namenstage habe ich nicht im Kopf, religiöse Rituale sind mir suspekt. Und doch: Im laufenden Jahr habe ich bereits zwei traditionelle italienische Bräuche zu Ehren Heiliger kennengelernt und stelle fest, dass sie nette Gesten und eine willkommene Abwechslung im Alltag sind. Wenn sie obendrein noch Glück bringen, umso besser.

15 Tage

In Italien sollte man wissen, wie eine Aussage gemeint ist. Sonst gerät man bei Einladungen und Verabredungen schnell auf die falsche Fährte. Und obwohl es heißt, dass Mathematik keine Ansichtssache sei, kann es sogar bei einer theoretisch eindeutigen Sache wie einer Zeitraumangabe zu Missverständnissen kommen. Ich habe bisher vergeblich versucht, das Rätsel zu lösen.

Nicht persönlich nehmen!

Der Italiener und das Schimpfen: Seit ich im Alltag mehr Italienisch als Deutsch spreche, habe ich mich den hiesigen linguistischen Gebräuchen erstaunlich gut angepasst. Manchmal erschrecke ich trotzdem noch über mich selbst, wie selbstverständlich mir gewisse Kraftausdrücke herausrutschen. Ein Glück, dass es die Italiener im üblichen Kontext nicht persönlich nehmen.

Plaudereien aus dem Nähkästchen

Wie kann eine, die im Sommerschlussverkauf nie etwas kauft oder nur mal ein Tuch, das sie dann nie trägt, zu einer werden, die sich ein Kleid maßschneidern lässt? Vermutlich liegt es daran, dass eine freundliche Sizilianerin zu ihrer Schneiderin des Vertrauens und Wahlverwandten für Familiengeschichten geworden ist.

Verabredungen

Der Italiener und die (Un-)Verbindlichkeit: Wenn ich Gäste einlade oder mich verabrede, plane ich das gern ein paar Tage im Voraus. Das finde ich nicht nur angenehmer für mich, sondern taktvoll den Eingeladenen gegenüber. In Italien komme ich mit meiner preußischen Planung nicht sehr weit.

Pronto, ja bitte?

Der Italiener und die ständige Erreichbarkeit: Es ist ein Segen und Fluch zugleich, dass wir dank unserer Smartphones jederzeit und überall erreichbar sind. Müssen wir das sein? Wenn wir von Höflichkeit sprechen, dann gilt sie doch in beiden Richtungen, oder nicht?

Freisitz oder Rumpelkammer

Der Italiener und sein Balkon: Es muss ja nicht gleich Urlaub auf Balkonien sein, aber am Abend und am Wochenende draußen zu sitzen, zu lesen, zu spielen, zu essen und zu trinken, das genießen wir sehr. Scheinbar sind wir da die Einzigen weit und breit.

Sag, dich schickt Antonio

Der Italiener und der Spezialist seines Vertrauens: Der Kunde ist König, so heißt es. In Italien ist ein Kunde sogar Kaiser, wenn er den Geschäftsinhaber kennt. Manchmal ist auch schon die Beziehung um drei Ecken mit einem einfachen Angestellten von Vorteil.