Worauf es ankommt

Frage: Hast du dich selbst neu kennengelernt? Vielleicht weißt du jetzt, was dir wirklich wichtig ist und worauf du auch verzichten kannst.

Corona hat unseren Alltag und manchmal sogar unser Lebensmodell von einem Tag zum anderen über den Haufen geworfen. Das Positive daran: Wenn Selbstverständlichkeiten plötzlich in Frage gestellt werden, eröffnen sich neue Chancen. Nachdem wir von der Corona-Welle sprichwörtlich überrollt wurden, lud uns die erzwungene Ruhe daheim ein, Dinge neu zu überdenken, auf die lange Bank Geschobenes endlich anzupacken, uns klar darüber zu werden, was wirklich zählt.

Zu welchen ganz persönlichen Erkenntnissen ihr gekommen seid, lest ihr am besten im Original. Hier eine Auswahl eurer Beiträge (Antworten aus Deutschland und Italien gemischt):

Ich habe definitiv Familie und Freunde sehr vermisst.

Meine Familie ist das Wichtigste für mich.

Ich habe keinen Alkohol getrunken und bin stolz darauf.

Ich habe festgestellt, dass ich mit acht Stunden Arbeit kein Problem habe und mich körperlich viel besser fühle, wenn ich meine Aufstehzeit selbst bestimmen kann.

Mir ist klargeworden, dass ich lieber ins Büro gehe, als den ganzen Tag zuhause zu sein. So kann ich für ein paar Stunden abschalten.

Ich sehne mich nach mehr Intimität und Sex. Ich sehne mich danach, begehrt zu werden.

Und man merkt, dass man nicht ständig zum Friseur oder zur Maniküre gehen muss.

Klamotten. (Anm. d. Red.: Wichtig, oder nicht wichtig? Das blieb hier die Frage.)

Ich schmeiße weniger Lebensmittel weg, verwerte sie besser, koche mehr.

Ich habe mich selbst als zerbrechlich und hypochondrisch erlebt. Ich hatte Angst, doch ich habe sie überwunden, und jetzt fühle ich mich privilegiert: Zu Hause, bei meiner Familie, empfinde ich immer Gelassenheit und Freude. Ich weiß, das ist nicht für jeden so …

Menschliche Kontakte und Solidarität sind das Wichtigste und das, was trägt.

Ich werde auf einige Termine verzichten.  Mir hat die Zeit so gutgetan, das zu machen was ich schon lange machen wollte.

Ich habe begriffen, dass es für mich sehr wichtig ist, tagsüber kleine Momente zu haben, in denen ich allein sein kann. Ich brauche sie, um meine Batterien wieder aufzuladen.

Erwartungen zurückschrauben und nur das tun, was möglich ist. Und den Rest loslassen. Sich nicht stressen.

Eigentlich ist mir klargeworden, dass man auf vieles verzichten kann.

Im Urlaub bin ich oft mit dem Flugzeug auf anderen Kontinenten unterwegs gewesen. Das möchte ich nicht missen, aber ich glaube, dass es auch noch viel in Europa zu sehen gibt und ich deswegen auf das Fliegen verzichten kann. Außerdem hat mich die Coronakrise dahingehend bestätigt, was ich eigentlich schon immer wusste. Mir ist die Abwechslung wichtig. Ich brauche Action und auch Ruhe in einer gewissen Balance. Die Natur ist mir sehr wichtig. Ich bin gern draußen und stelle mir ein Leben ohne ausreichend Bewegung sehr schwierig vor. 

Ich war mir schon weitgehend bewusst, was ich brauche, jetzt ist es noch stärker in mir verankert.

Echte Liebe und Treue sind wichtig … auf Menschen, die eigentlich nur als „Beilage“ da sind, kann ich verzichten. Mit aufrichtigen Freunden gemeinsam zu lachen, das ist unbezahlbar.

Tipp zum Weiterlesen: Möchtest du das Thema Erkenntnisse aus der Krise und Chancen der Pandemie vertiefen, dann empfehle ich dir den Gastbeitrag von Maren Urner beim Spiegel „Eine Welt ohne Masken“.

Nächste Woche geht es um die letzte und vielleicht spannendste Frage, nämlich darum, was ihr dank der gewonnenen Erfahrungen in eurem Leben ändern wollt. Wisst ihr noch, was ihr darauf geantwortet habt?

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