Sonderwünsche

Was haben Schinken zur Melone, süße Teilchen zum Kaffee und ein Tisch im Restaurant zur schönen Aussicht gemeinsam? Heute geht es in meinem Text um Situationen, in denen wir unsere Vorlieben klar und deutlich kundtun dürfen. Ich tue mich schwer damit und kann von manchem Italiener etwas lernen.

Undercover

Ich denke, man sieht mir an, dass ich keine Italienerin bin. In Orten, wo im Sommer auch viele Deutsche Urlaub machen, bin ich eine von denen. Oder doch nicht? Ich schummele mich undercover unters italienische Volk. Gerade ging es mir in meinem Lieblingsferienort Alassio so.

Schönheit, die der Hitze trotzt

Und plötzlich sind sie da, links und rechts am Straßenrand: intensiv rosa, im Abendlicht purpurrot leuchtende Blüten an manchmal unscheinbaren Bäumchen. Ende Juli bin ich verzaubert wie im Frühjahr, wenn die Kirsch- und Mandelbäume blühen. Die rosarote Pracht im Hochsommer gab es immer, aber ich hatte sie nie zuvor so stark wahrgenommen wie im vergangenen Jahr.

Pasta fredda

Was soll man der Familie auf den Tisch stellen, wenn es über dreißig Grad sind und von schwerem Essen nicht nur abgeraten wird, sondern auch der Appetit darauf abhandengekommen ist? Es gibt bei uns gern zwei traditionelle italienische Sommergerichte: Prosciutto Melone und Pomodoro Mozarella. Leider langweilen uns diese aber schnell. Improvisation ist gefragt!

Gipfelstürmer

Ich liebe Sonntagsausflüge! Den vor zwei Wochen nannte meine Tochter verheißungsvoll Exkursion. Ohne wissenschaftliche Zielsetzung, wohlgemerkt. Unser Ziel war es lediglich, die schnöden vier Wände zu verlassen und frische Luft in schöner Gegend zu schnappen. Als mir meine Tochter die Unternehmung vorschlug, konnte ich schwer nein sagen.

Carpe diem

Ich halte mich für unternehmungslustig und gebe den Italienern recht, wenn sie von „cogliere l’attimo“ sprechen und damit meinen, den Augenblick bestmöglich zu nutzen. So versuche ich beispielsweise immer, lästige Termine zur Belohnung mit einer angenehmen Aktivität zu verbinden. Vielleicht rührt das von einer frühen Kindheitserinnerung her.

Seeblick mit Regeln

Die sind aber deutsch hier, dachte ich mir neulich beim Besuch eines Restaurants am Ufer des Lago Ceresio. So heißt der Luganersee auf italienischer Seite. Zumindest haben sie sich auf die deutschen Gäste eingestellt. Vor dem Eingangstor, das fünf Minuten vor zwölf noch mit einer Kette versperrt ist, gibt eine Tafel Auskunft über die Zeiten, zu denen Gäste bewirtet werden. Mittags von 12 bis 14, abends von 18.30 bis 22 Uhr.

Pronto, ja bitte?

Der Italiener und die ständige Erreichbarkeit: Es ist ein Segen und Fluch zugleich, dass wir dank unserer Smartphones jederzeit und überall erreichbar sind. Müssen wir das sein? Wenn wir von Höflichkeit sprechen, dann gilt sie doch in beiden Richtungen, oder nicht?