Schönheit, die der Hitze trotzt

Und plötzlich sind sie da, links und rechts am Straßenrand: intensiv rosa, im Abendlicht purpurrot leuchtende Blüten an manchmal unscheinbaren Bäumchen. Ende Juli bin ich verzaubert wie im Frühjahr, wenn die Kirsch- und Mandelbäume blühen. Die rosarote Pracht im Hochsommer gab es immer, aber ich hatte sie nie zuvor so stark wahrgenommen wie im vergangenen Jahr.

Gipfelstürmer

Ich liebe Sonntagsausflüge! Den vor zwei Wochen nannte meine Tochter verheißungsvoll Exkursion. Ohne wissenschaftliche Zielsetzung, wohlgemerkt. Unser Ziel war es lediglich, die schnöden vier Wände zu verlassen und frische Luft in schöner Gegend zu schnappen. Als mir meine Tochter die Unternehmung vorschlug, konnte ich schwer nein sagen.

Wenn dein Alpha-Kind dich Boomer nennt

Neulich saß ich mit meiner Jüngsten auf dem Balkon. Es ging ungewöhnlich harmonisch zu, was wohl daran lag, dass wir uns auf einen gemeinsamen Zeitvertreib geeinigt hatten. Wir spielten Karten. Rommé ist eine der wenigen analogen Traditionen, die ich an meine Töchter weitergegeben habe. Leider geht es auch dabei nicht ohne Smartphone.

Carpe diem

Ich halte mich für unternehmungslustig und gebe den Italienern recht, wenn sie von „cogliere l’attimo“ sprechen und damit meinen, den Augenblick bestmöglich zu nutzen. So versuche ich beispielsweise immer, lästige Termine zur Belohnung mit einer angenehmen Aktivität zu verbinden. Vielleicht rührt das von einer frühen Kindheitserinnerung her.

Seeblick mit Regeln

Die sind aber deutsch hier, dachte ich mir neulich beim Besuch eines Restaurants am Ufer des Lago Ceresio. So heißt der Luganersee auf italienischer Seite. Zumindest haben sie sich auf die deutschen Gäste eingestellt. Vor dem Eingangstor, das fünf Minuten vor zwölf noch mit einer Kette versperrt ist, gibt eine Tafel Auskunft über die Zeiten, zu denen Gäste bewirtet werden. Mittags von 12 bis 14, abends von 18.30 bis 22 Uhr.

Wunder zu Zeiten von Instagram

Was habt ihr als erstes vor Augen, wenn ihr an einen Urlaub in Italien denkt? Pizza, Pasta, Gelato. Den Schiefen Turm von Pisa. Das Römische Kolosseum. Berühmte Statuen, elegante Mode und Kunstschätze in Museen, vor denen die Touristen Schlange stehen. Muss man mit genau diesen Klischees dann auch noch Werbung machen?