Plaudereien aus dem Nähkästchen

Wie kann eine, die im Sommerschlussverkauf nie etwas kauft oder nur mal ein Tuch, das sie dann nie trägt, zu einer werden, die sich ein Kleid maßschneidern lässt? Vermutlich liegt es daran, dass eine freundliche Sizilianerin zu ihrer Schneiderin des Vertrauens und Wahlverwandten für Familiengeschichten geworden ist.

Frohen Feierabend, Italy!

Wenn ich Made in Italy höre, denke ich an wohldesignte Schuhe, gut abgehangenen Schinken, elegante Mode und schöne Möbel. Das alles darf auch gefeiert werden, aber nicht, um sich auf den Lorbeeren von Leonardo da Vinci auszuruhen.

Am Broadway in Varese

Als Kind tanzte ich selbst auf Brettern, die für mich die Welt bedeuteten. Später gönnte ich mir Musicals aus der Besucherinnenperspektive, wo immer sich die Gelegenheit bot. Neuerdings verführe ich meine Töchter zu gemeinsamen Erlebnissen am Musiktheater. Mein Mann hat seinen großen Auftritt als Verführer schon hinter sich.

Vier Generationen und ein Einkaufswagen

Heute Vormittag war ich noch schnell ein paar Lebensmittel einkaufen. Ja: In Norditalien haben Supermärkte auch sonntags und an Feiertagen geöffnet. Warum mich eine Szene in der Kaufhalle der Kindheit bis heute verfolgt und was meine Haarfarbe damit zu tun hat, erzähle ich in diesem Text, zu dem mich drei Frauen und ein Baby inspirierten.

Wir sind wer

Der Italiener und seine Heimatliebe: Mein Gatte ist nicht nur selbstbewusster Italiener, sondern ebenso stolz darauf, ein echter „Varesino doc“ zu sein. Varese, als Stadt der Gärten bekannt, rühmt sich gern seiner vielen Regenfälle. Auch wenn der Name dafür wenig schmeichelhaft ausfällt. Dieses Ostern habe ich verstanden, warum das so ist.

Chronologie eines Filmabends

Szenen einer Ehe, auf und vor dem Bildschirm: Manchmal muss man den Partner zu seinem Glück zwingen. Ihn dazu motovieren, kulturelle Vorurteile beiseitezuschieben und sich auf einen gemeinsamen Fernsehabend einzulassen, obwohl der Film nicht ins beliebte Komödienschema passt. Wer weiß, wofür es gut ist.

Die Dächer von Dubrovnik

Es gibt Bücher, die fesseln. Man kann sie kaum aus der Hand legen. Es gibt Bücher, die verstören. Man muss beim Lesen häufig innehalten. Und es gibt Bücher, die sind verstörend und fesselnd zugleich. So ein Buch ist Margaret Mazzantinis „Das schönste Wort der Welt“. Ein Titel, der dem Original nicht gerecht wird.

Dilemma

Das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden, ist unverzichtbar für ein harmonisches Zusammenleben. Aber auch Respekt und gegenseitige Rücksichtnahme, oder nicht? Ich weiß, dass herumliegende Kleider und Gläser mit eingetrockneten Teebeuteln am Ende nicht zu den wichtigen Dingen gehören, und doch fällt es mir schwer, nonchalant über das Chaos hinwegzusteigen.

Vom Schreiben

„Stories matter“, steht im Titelbild. Ich lese gern gute Geschichten. Und wie ist das mit dem Schreiben? Eine wie ich, die immer noch davon träumt, selbst gute Geschichten zu schreiben, taumelt zwischen Momenten euphorischer Selbstüberschätzung und der nüchternen Erkenntnis, anmaßend zu sein. Helga Schubert hat in Worte gefasst, was beim Schreiben passiert.