Drin ist, was draufsteht?

Was ich nicht kenne, das esse ich nicht! Mit dieser Einstellung kommt man im Ausland nicht weit. Eine gewisse Vorstellung davon, was man auf dem Teller hat, ergibt sich zum Glück oft aus der Bezeichnung eines Gerichtes. Mit Ausnahmen, wohlgemerkt. Es gibt Speisen, die tragen einen Namen nur, weil sie einem Lebensmittel ähnlichsehen.

Unverhofftes Lesevergnügen

Als ich Kind war in der DDR, schwärmte ich für einen italienischen Schauspieler und weinte heimlich, weil ich ihn nie treffen würde. Heute lebe ich in Italien, kaufe italienische Briefmarken und die Deutschlehrerin meiner Tochter leiht mir ein Buch, in dem eine Ostdeutsche meines Alters von einem Italiener erzählt, der beinah ihr Papa geworden wäre.

Freu dich auf den nächsten Gag!

Kennt ihr das Gefühl, dass die Tage zu lang sind, aber die Wochen zu kurz? Nein? Dann seid froh! Es fühlt sich schrecklich an und kann auf Dauer die Lebensfreude rauben. Gut, dass eine Freundin mit einem Vorschlag kam. Lest hier, was es mit Aero-GAG auf sich hat und welche Rolle das Bauchgefühl dabei spielt.

Weihnachtspost für Europa

In hektischen Zeiten ist es gut, wenn es Orte der Besinnung gibt. Gerade vor Weihnachten. Den Besuch eines italienischen Postamts kann ich zur Entschleunigung empfehlen. Ich nehme es mittlerweile gelassen, dass es Geduld und Sinn für Humor erfordert, ein paar Briefmarken zu kaufen. Spannend wird es, wenn man postalische Grüße ins europäische Ausland schicken möchte.

Alexanderplatz

Die Italienerin Milva war ein Star, auch in der DDR. Eines ihrer Lieder sang ich nach jedem Zahnarztbesuch. Ein anderes, das doch mit uns zu tun hatte, kannte ich nicht. Ein Konzertmitschnitt aus dem Jahr 1988 aus dem Palast der Republik belegt, dass Milva „Alexanderplatz“ singen durfte. Den italienischen Text verstand ja keiner.

Vernebelt

Der Italiener und romantische Erinnerungen: Früher war alles besser? Manchmal ist die Sicht auf das Vergangene auch getrübt. Vielleicht, weil die Wolken tiefer hingen. So tief, dass sie mit dem Boden in Berührung kamen. Dicker Nebel war ein typisches Wetterphänomen im winterlichen Norditalien der 80er-Jahre. Aber was bitte schön war daran romantisch?

Muster und Freiheit

Handarbeiten sind eine aufregende Reise, auf die mich meine Mutter schon als Kind im Zug mitnahm. Die therapeutische Wirkung des Häkelns und Strickens habe ich in den dunkelsten Monaten der Pandemie erkannt und zuletzt doch wieder vergessen. Seit ich weiß, dass ich mein Hobby und meine Erkenntnis mit Michelle Obama teile, klappern die Nadeln wieder.

Das Italiengefühl

Braucht es ein sonniges Gemüt, um in der nächstgelegenen Stadt die Touristin zu spielen? Zehn Kilometer von daheim in einem Hotel zu übernachten, ist keine Dekadenz. Mit Freundinnen wird es ein großartiger Kurzurlaub. Wie Elke Heidenreich in ihrem Buch „Altern“ so treffend formuliert: „Aus der Summe glücklicher Augenblicke setzt sich das Glück des Lebens zusammen.“

Herbstgerichte

Während Pilze und Kartoffeln Feste feiern, obwohl sie dabei in die Pfanne gehauen werden, kommt bei mir Melancholie auf. Wenn die Jahreszeiten wechseln, geht es in meinem Inneren ans Eingemachte: Es war doch gerade so schön. Gut, dass unser Basilikum der Vergänglichkeit des Sommers noch ein wenig trotzt. Genau wie ich.