Die Italienerin Milva war ein Star, auch in der DDR. Eines ihrer Lieder sang ich nach jedem Zahnarztbesuch. Ein anderes, das doch mit uns zu tun hatte, kannte ich nicht. Ein Konzertmitschnitt aus dem Jahr 1988 aus dem Palast der Republik belegt, dass Milva „Alexanderplatz“ singen durfte. Den italienischen Text verstand ja keiner.
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Vernebelt
Der Italiener und romantische Erinnerungen: Früher war alles besser? Manchmal ist die Sicht auf das Vergangene auch getrübt. Vielleicht, weil die Wolken tiefer hingen. So tief, dass sie mit dem Boden in Berührung kamen. Dicker Nebel war ein typisches Wetterphänomen im winterlichen Norditalien der 80er-Jahre. Aber was bitte schön war daran romantisch?
Das Italiengefühl
Braucht es ein sonniges Gemüt, um in der nächstgelegenen Stadt die Touristin zu spielen? Zehn Kilometer von daheim in einem Hotel zu übernachten, ist keine Dekadenz. Mit Freundinnen wird es ein großartiger Kurzurlaub. Wie Elke Heidenreich in ihrem Buch „Altern“ so treffend formuliert: „Aus der Summe glücklicher Augenblicke setzt sich das Glück des Lebens zusammen.“
Herbstgerichte
Während Pilze und Kartoffeln Feste feiern, obwohl sie dabei in die Pfanne gehauen werden, kommt bei mir Melancholie auf. Wenn die Jahreszeiten wechseln, geht es in meinem Inneren ans Eingemachte: Es war doch gerade so schön. Gut, dass unser Basilikum der Vergänglichkeit des Sommers noch ein wenig trotzt. Genau wie ich.
Einsichten
Die wilden 80er-Jahre waren für uns Jugendliche die ideale Zeit, alles auszuprobieren. Koste es, was es wolle. Den Preis zahlten nicht zuletzt unsere Haare, war es doch das Jahrzehnt der Dauerwellen und des Blondierens. Auf die helle Lockenpracht folgte bald glanzloses Erschlaffen. Haare sind nicht so geduldig. Ich hatte gedacht, mittlerweile schlauer zu sein.
Ferien im Süden (von Berlin)
Urlaub vorbei? Nicht auf meinem Blog. Kommt mit auf eine Zeitreise in die Sommerferien meiner Kindheit! Ein Bungalow am See. Bootssteg, Badestelle, Volleyballplatz und Tischtennisplatte. Kein Halligalli, keine Animation und erst recht kein Multimedia. In unserer Erinnerung waren die einfachen Urlaube die schönsten. Auch in meinem Land, wo die Worte manchmal eine andere Bedeutung hatten.
Urlaubs-Mood
Vor einer Reise, gestresst mit Wäschewaschen und Kofferpacken, verlässt mich manchmal fast die Lust, überhaupt loszufahren. Wird es gelingen, Alltag und Sorgen über Bord zu werfen und wirklich abzuschalten? Ja! Es funktioniert auf wundersame Weise. Allein mit einem liebgewonnenen Ritual, für das es zwei Dinge und nicht mehr als eine halbe Stunde Zeit braucht.
Sendepause
In Ferienlaune schreibe ich aus dem so hoch gelobten wie viel beschimpften Lieblings-Urlaubsland der Deutschen und mache es mir einfach. Dass es mir hier gut geht, dürft ihr mir glauben. Was es zu meckern gibt, das hat Frank Hornig beim Spiegel gerade passend zur touristischen Hochsaison sowohl TikTok-aktuell als auch kulturhistorisch unter die Lupe genommen.
Schweißtreibende Angebote
Nicht ohne Grund spielen Werbespots oft an Supermarktkassen. Alle sehen, was und wie viel davon einer in den Korb packt. Obendrein können unübersichtliche Angebote für Aufregung und peinliche Situationen sorgen. Neulich kam auch ich ins Schwitzen, obwohl ich weder Klopapier noch Präservative aufs Band legte und glaubte, alles richtig kalkuliert zu haben.
15 Tage
In Italien sollte man wissen, wie eine Aussage gemeint ist. Sonst gerät man bei Einladungen und Verabredungen schnell auf die falsche Fährte. Und obwohl es heißt, dass Mathematik keine Ansichtssache sei, kann es sogar bei einer theoretisch eindeutigen Sache wie einer Zeitraumangabe zu Missverständnissen kommen. Ich habe bisher vergeblich versucht, das Rätsel zu lösen.