Im italienischen Kreisverkehr scheint nur eine Regel zu gelten, und das ist die, dass es keine gibt. Am besten, man lässt sich entspannt und flexibel darauf ein. In diesen Tagen macht es mir gleich noch mehr Freude, auf Regeln zu pfeifen. Ich fahre durch den Nachbarort und bewundere die festlich dekorierten Verkehrsinseln.
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Krieg und Frieden
Haben wir nicht alle noch offene Fragen an Eltern oder Großeltern? Manchmal sind das sehr belastende Fragen und sie kommen zu spät. So ging es der italienischen Schriftstellerin Francesca Melandri, als sie beim Einmarsch Putins in die Ukraine von Orten hörte, an denen ihr Vater im 2. Weltkrieg gekämpft hatte. Auf der Seite der Invasoren.
Da Capo
Konzerte der großen Stars von damals? Riskant! Der ein oder andere Künstler hätte es bei den Erinnerungen an gute Zeiten belassen sollen. Ein wenig skeptisch ging ich neulich in Varese ins Konzert eines in den 90er-Jahren sehr erfolgreichen italienischen Sängers, dessen neuere Alben wenig bekannt sind. Schade! Er hat es immer noch drauf.
Drin ist, was draufsteht?
Was ich nicht kenne, das esse ich nicht! Mit dieser Einstellung kommt man im Ausland nicht weit. Eine gewisse Vorstellung davon, was man auf dem Teller hat, ergibt sich zum Glück oft aus der Bezeichnung eines Gerichtes. Mit Ausnahmen, wohlgemerkt. Es gibt Speisen, die tragen einen Namen nur, weil sie einem Lebensmittel ähnlichsehen.
Weihnachtspost für Europa
In hektischen Zeiten ist es gut, wenn es Orte der Besinnung gibt. Gerade vor Weihnachten. Den Besuch eines italienischen Postamts kann ich zur Entschleunigung empfehlen. Ich nehme es mittlerweile gelassen, dass es Geduld und Sinn für Humor erfordert, ein paar Briefmarken zu kaufen. Spannend wird es, wenn man postalische Grüße ins europäische Ausland schicken möchte.
Alexanderplatz
Die Italienerin Milva war ein Star, auch in der DDR. Eines ihrer Lieder sang ich nach jedem Zahnarztbesuch. Ein anderes, das doch mit uns zu tun hatte, kannte ich nicht. Ein Konzertmitschnitt aus dem Jahr 1988 aus dem Palast der Republik belegt, dass Milva „Alexanderplatz“ singen durfte. Den italienischen Text verstand ja keiner.
Vernebelt
Der Italiener und romantische Erinnerungen: Früher war alles besser? Manchmal ist die Sicht auf das Vergangene auch getrübt. Vielleicht, weil die Wolken tiefer hingen. So tief, dass sie mit dem Boden in Berührung kamen. Dicker Nebel war ein typisches Wetterphänomen im winterlichen Norditalien der 80er-Jahre. Aber was bitte schön war daran romantisch?
Das Italiengefühl
Braucht es ein sonniges Gemüt, um in der nächstgelegenen Stadt die Touristin zu spielen? Zehn Kilometer von daheim in einem Hotel zu übernachten, ist keine Dekadenz. Mit Freundinnen wird es ein großartiger Kurzurlaub. Wie Elke Heidenreich in ihrem Buch „Altern“ so treffend formuliert: „Aus der Summe glücklicher Augenblicke setzt sich das Glück des Lebens zusammen.“
Herbstgerichte
Während Pilze und Kartoffeln Feste feiern, obwohl sie dabei in die Pfanne gehauen werden, kommt bei mir Melancholie auf. Wenn die Jahreszeiten wechseln, geht es in meinem Inneren ans Eingemachte: Es war doch gerade so schön. Gut, dass unser Basilikum der Vergänglichkeit des Sommers noch ein wenig trotzt. Genau wie ich.
Einsichten
Die wilden 80er-Jahre waren für uns Jugendliche die ideale Zeit, alles auszuprobieren. Koste es, was es wolle. Den Preis zahlten nicht zuletzt unsere Haare, war es doch das Jahrzehnt der Dauerwellen und des Blondierens. Auf die helle Lockenpracht folgte bald glanzloses Erschlaffen. Haare sind nicht so geduldig. Ich hatte gedacht, mittlerweile schlauer zu sein.