Muster und Freiheit

Handarbeiten sind eine aufregende Reise, auf die mich meine Mutter schon als Kind im Zug mitnahm. Die therapeutische Wirkung des Häkelns und Strickens habe ich in den dunkelsten Monaten der Pandemie erkannt und zuletzt doch wieder vergessen. Seit ich weiß, dass ich mein Hobby und meine Erkenntnis mit Michelle Obama teile, klappern die Nadeln wieder.

Das Italiengefühl

Braucht es ein sonniges Gemüt, um in der nächstgelegenen Stadt die Touristin zu spielen? Zehn Kilometer von daheim in einem Hotel zu übernachten, ist keine Dekadenz. Mit Freundinnen wird es ein großartiger Kurzurlaub. Wie Elke Heidenreich in ihrem Buch „Altern“ so treffend formuliert: „Aus der Summe glücklicher Augenblicke setzt sich das Glück des Lebens zusammen.“

Herbstgerichte

Während Pilze und Kartoffeln Feste feiern, obwohl sie dabei in die Pfanne gehauen werden, kommt bei mir Melancholie auf. Wenn die Jahreszeiten wechseln, geht es in meinem Inneren ans Eingemachte: Es war doch gerade so schön. Gut, dass unser Basilikum der Vergänglichkeit des Sommers noch ein wenig trotzt. Genau wie ich.

Sendepause

In Ferienlaune schreibe ich aus dem so hoch gelobten wie viel beschimpften Lieblings-Urlaubsland der Deutschen und mache es mir einfach. Dass es mir hier gut geht, dürft ihr mir glauben. Was es zu meckern gibt, das hat Frank Hornig beim Spiegel gerade passend zur touristischen Hochsaison sowohl TikTok-aktuell als auch kulturhistorisch unter die Lupe genommen.

Vom großen P zum kleinen Angsthasen

Vor zwanzig Jahren gelang mir in Italien, was ich in Deutschland nicht für möglich gehalten hatte: Als nicht mehr blutjunge, dafür umso stolzere Besitzerin eines druckfrischen Führerscheins kaufte ich mein erstes Auto und machte im August 2004 die norditalienische Provinz unsicher. Heute wünsche ich mir manchmal meinen Mut und die Unbeschwertheit jener Zeit zurück.

Nicht persönlich nehmen!

Der Italiener und das Schimpfen: Seit ich im Alltag mehr Italienisch als Deutsch spreche, habe ich mich den hiesigen linguistischen Gebräuchen erstaunlich gut angepasst. Manchmal erschrecke ich trotzdem noch über mich selbst, wie selbstverständlich mir gewisse Kraftausdrücke herausrutschen. Ein Glück, dass es die Italiener im üblichen Kontext nicht persönlich nehmen.

Fanfieber

Das Ausscheiden beider Nationalteams bei der EM – Italien verdient und Deutschland tragisch – lässt mich darüber grübeln, was mich alle zwei Jahre vor den Bildschirm der internationalen Fuβballmeisterschaften zieht. Mica mi interessa il calcio. (Ich interessiere mich doch nicht für Fuβball.) Ich glaube, es ist das gute Gefühl, FÜR etwas zu sein.

Erinnerungsschätze

Dass ich nach Italien zog, war eine gute und richtige Entscheidung. Doch der beneidete Platz an der Sonne hatte auch Schattenseiten. Ich war plötzlich tausend Kilometer von der Familie getrennt. Meine Eltern setzten sich als Rentner in den Nachtzug und kamen über die Schweiz zu mir. Einmal im Jahr, zehn Jahre lang.

Drei Buchstaben

Der Sommer ist die perfekte Zeit für romantischen Pop und frechen Rap rund um Sole, Cuore, Amore. Diese drei magischen Worte waren die meistgesungenen in meinem ersten italienischen Sommer 2001. Was die neuen Medien an den alten Traditionen ändern, wenn es ums Kennenlernen geht und welches aktuelle Lied sich darum dreht, erfahrt ihr hier.

Tomatensuppe Toskana

Rezepthefte lese ich nicht, Kochshows sehe ich nur aus kulturtheoretischem Interesse. Am liebsten esse ich, was jemand anderes gekocht hat, der das mit Leidenschaft tut, so wie ich kreative Handarbeiten liebe und (hoffentlich) unterhaltsame Texte schreibe. Und doch gibt es ein kulinarisches Geheimnis, mit dem ich meine Familie glücklich mache.