Wenn dein Alpha-Kind dich Boomer nennt

Neulich saß ich mit meiner Jüngsten auf dem Balkon. Es ging ungewöhnlich harmonisch zu, was wohl daran lag, dass wir uns auf einen gemeinsamen Zeitvertreib geeinigt hatten. Wir spielten Karten. Rommé ist eine der wenigen analogen Traditionen, die ich an meine Töchter weitergegeben habe. Leider geht es auch dabei nicht ohne Smartphone.

Carpe diem

Ich halte mich für unternehmungslustig und gebe den Italienern recht, wenn sie von „cogliere l’attimo“ sprechen und damit meinen, den Augenblick bestmöglich zu nutzen. So versuche ich beispielsweise immer, lästige Termine zur Belohnung mit einer angenehmen Aktivität zu verbinden. Vielleicht rührt das von einer frühen Kindheitserinnerung her.

Heute mal woanders

Nix tutto paletti, könnte ich einem antworten, der nach meiner aktuellen Gefühlslage fragt. Ich habe gerade den Eindruck, dass sich kaum etwas richtig anfühlt. In so einer Situation bloggt es sich schwer, zumal ich hier gerne über Erfreuliches und Unterhaltsames berichte. Da passt es gut, dass Rossi und Luisle auf ihrem gemeinsamen Blog Mit Stift und Tastatur ein Sommerspezial laufen haben und mich vor einiger Zeit einluden, einen Text beizusteuern.

Seeblick mit Regeln

Die sind aber deutsch hier, dachte ich mir neulich beim Besuch eines Restaurants am Ufer des Lago Ceresio. So heißt der Luganersee auf italienischer Seite. Zumindest haben sie sich auf die deutschen Gäste eingestellt. Vor dem Eingangstor, das fünf Minuten vor zwölf noch mit einer Kette versperrt ist, gibt eine Tafel Auskunft über die Zeiten, zu denen Gäste bewirtet werden. Mittags von 12 bis 14, abends von 18.30 bis 22 Uhr.

Pronto, ja bitte?

Der Italiener und die ständige Erreichbarkeit: Es ist ein Segen und Fluch zugleich, dass wir dank unserer Smartphones jederzeit und überall erreichbar sind. Müssen wir das sein? Wenn wir von Höflichkeit sprechen, dann gilt sie doch in beiden Richtungen, oder nicht?

Große Gefühle

Wenn es um den European Song Contest geht, teilt sich die Menschheit in zwei klare Gruppen: Fans und Gegner. Ich kann beiden Argumentationen folgen. Sobald allerdings unsere Musica Italiana ins Spiel kommt, schlägt mein Herz höher, und ich muss es einfach wieder tun: einschalten und mitfiebern.

Freisitz oder Rumpelkammer

Der Italiener und sein Balkon: Es muss ja nicht gleich Urlaub auf Balkonien sein, aber am Abend und am Wochenende draußen zu sitzen, zu lesen, zu spielen, zu essen und zu trinken, das genießen wir sehr. Scheinbar sind wir da die Einzigen weit und breit.