My Radio

„Anke, in Varese ist es jetzt 8.00 Uhr.“ Ich bin mit dem Auto auf dem Weg ins Büro und starre entgeistert aufs Display im Cockpit. Das kann doch nicht, … der weiß doch wohl nicht, … die haben doch nicht etwa mich gemeint? Da gibt es jetzt also auch schon personalisierte Radioansagen.

Doot uff Laatschn

Das von Kindern und Kommerz geliebte Fest Halloween ist absolut nicht meins. Wie um eine unfreiwillige Teilnahme zu verhindern, ereilt mich fast jedes Jahr am besagten Tag und drumherum eine gruselige Magenverstimmung. Die ist insofern praktisch, dass ich aufs Verkleiden verzichten kann. Ich sehe nämlich schon aus wie der Tod auf Latschen.

Allein mit Adriano

Mein heimliches Verhältnis mit einem Italiener begann bereits, als ich von Italien noch nicht einmal träumen durfte. Ausgerechnet aus der ehemaligen Sowjetunion stammt das Erinnerungsstück, das womöglich meine frühe, kindlich unschuldige Verbundenheit angeregt hat.

Termingeschäfte

Immer wenn ich nach Deutschland reise, stelle ich fest, wie gut die Deutschen es haben. Sie wissen es nur nicht. Da ist zum Beispiel die Sache mit den Ärzten. Nein, nicht die unsterblichen Berliner Punkrocker, ich spreche von der medizinischen Versorgung. Mein Mann sagt immer: Wenn es dir in Italien mal richtig schlecht geht, ist gut für dich gesorgt.

La Pizza – eine kulinarische Zeitreise

„Mai Dire Pizza“, so nennen sich viele Pizzerien in Italien. Sage nicht Pizza, wenn es keine ist, möchte man all denen zurufen, die überall in der Welt ähnliche Ofengebäcke in abenteuerlichen Konsistenzen und Geschmacksverirrungen anbieten. Lest hier meine Erinnerungen an verschiedene Interpretationen der italienischen Kultspeise.

Glücksprognosen

Der Italiener und der Aberglaube: Wenn man ins Ausland zieht, sollte man mit der Sprache am besten gleich vorsorglich etwas über landestypischen Aberglauben lernen. Dann könnte man vermeiden, ins erstbeste Fettnäpfchen zu treten, wie es mir mit einer italienischen Kollegin im Büro passiert ist.

Das Ende des Sommers 2001

In diesen Tagen denke ich an die Ereignisse vor zwanzig Jahren zurück. Im Privaten zufrieden schmunzelnd, denn damals begann ein neuer, mein italienischer Lebensabschnitt. Was die Welt betrifft, brachte der 11. September 2001 einen katastrophalen Einschnitt. Die prompte Reaktion unseres Arbeitgebers schürte die Verunsicherung noch zusätzlich.

Fremdeln

Wenn ein Kleinkind sich hinter der Mutti versteckt, weil es den geliebten Opa nach knapp zwei Wochen kaum wiedererkennt, dann nennt man das Fremdeln. Klar, für das Kind sind zwei Wochen eine gefühlte Ewigkeit. In diesen Tagen ist auf das kleine Wesen so viel Neues eingestürmt, neue Gesichter, neue Worte, neue Gerüche, dass die Erinnerungen„Fremdeln“ weiterlesen

Mittag

Wer nicht muss, geht nicht raus um diese Zeit. Es sei denn, er ist Tourist und zum Herumlaufen hergekommen. Ich laufe mit meiner Tochter im Gänsemarsch durch Florenz, immer dicht an den Häuserwänden entlang auf der richtigen Seite. Die richtige Seite ist Mitte August die, die gerade im Schatten liegt. Es ist Mittagszeit, die Temperaturen„Mittag“ weiterlesen

Olympia auf der Autobahn

Oft empfinde ich es wie ein Privileg, als Deutsche in Italien zu leben. Und wenn es nur die Möglichkeit ist, in bestimmten Momenten wählen zu können, für wen man sich ausgibt. Die italienische Carta d’Identità zu verwenden oder den deutschen Reisepass, wie es gerade besser passt. In Italien kann ich die Ausländerin spielen, wenn es„Olympia auf der Autobahn“ weiterlesen