11.11.1982. Faschingsauftakt? Abgeblasen!

Ich könnte wetten, morgen passiert es wieder. Jedes Jahr am 11. November fällt mein Blick elf Minuten nach elf auf die Uhr. Keine Ahnung, wie ich das hinkriege. Leider tönt im Büro keine Glocke zur großen Pause. Ich brabbele dann unbemerkt vor mich hin und tröste mich mit trockenen Crackern in Ermangelung von Fettgebäck. In Italien versteht niemand, was der 11. November mit Karneval zu tun hat, der ist schließlich Ende Februar. Während ich mich an meine Kindheit erinnere und daran, dass es in der Schule immer eine extralange Pause gab, wir Schüler grölend in den Speisesaal zogen, wo Pfannkuchen, Konfetti und lustige Reden auf uns warteten, frage ich mich schon, warum dieser Anlass ausgerechnet in der DDR so offiziell begangen wurde. Ein dekadentes Treiben, das bei uns übrigens Fasching hieß, nicht Karneval. Um das Volk bei Laune zu halten? Brot und Spiele? Provokante Reden gegen die Regierung, so wie heute am politischen Aschermittwoch, gab es jedenfalls nicht. Ich habe keinen blassen Schimmer mehr, was geredet wurde, und ob das lustig war. Für uns Schulkinder war die Hauptsache, dass am 11.11. um 11:11 Uhr der Unterricht unterbrochen wurde und die große Pause länger ausfiel als sonst.

Am 11.11.1982 allerdings machte uns kein Geringerer als Leonid Iljitsch Breschnew einen Strich durch die Rechnung. Der hatte sich erlaubt, am Tag zuvor das Zeitliche zu segnen. Das entsprechende Alter hatte er, krank war er auch. Aber zwei, drei Tage hätte er es schon noch aushalten können, um uns nicht den Spaß zu verderben. Es scheint mir gestern, so genau erinnere ich mich an den Moment, in dem mir flau im Magen wurde. Etwa zwanzig Minuten vor der heiß ersehnten Pause kam unerwartet der stellvertretende Direktor in unser Klassenzimmer. Ohne buntes Papphütchen, mit bitterernstem Gesicht. Er überbrachte die Nachricht, die unsere kleine Welt auf den Kopf stellte. Meine Gefühle fuhren Achterbahn. Erst war da ein „Was für ein Spielverderber, ausgerechnet heute!“. Keine zwei Sekunden, dann wurde der trotzige Feierwille brutal verdrängt von: „Breschnew ist tot. Und jetzt? Jetzt kommt Krieg. Ohne ihn werden uns die imperialistischen Kriegstreiber angreifen.“ Dass ich nicht die Einzige war, die beunruhigende Gedanken dieser Art hatte, erfuhr ich Jahrzehnte später bei einem Klassentreffen. 1982 waren wir zehn Jahre alt.

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Unbeschwertheit und Angst lagen so dicht beieinander, für uns Kinder, die wir doch gut behütet inmitten des Kalten Krieges im Warmen aufwachsen durften. Seltsam närrische Zeiten.

Titelbild: Symbolbild von Pexels.

Sacro Monte von Varese

„Sehen Sie“, sagte er, nachdem er sich gefasst hatte, und streckte seinen Arm in Richtung der Ebene aus. „Auch Sie kommen nicht umhin, in all dem die Hand Gottes zu erkennen!“ Ein karminroter Streifen umrandete eine Alpenkette am Horizont: entfernte Bergkämme in Richtung Gran Paradiso, die sich gerade noch in der Dunkelheit abzeichneten. Der See unter uns war weinrot gefärbt und ebenfalls im Begriff, in der Nacht zu verschwinden.“

Piero Chiara

Eigene Übersetzung, italienisches Originalzitat aus der Erzählung „La mano di Dio“ in Il nobil uomo Batosti e altri racconti*, Oscar Mondadori, 1. Auflage Oscar scrittori moderni September 2013. Seite 22.

Vierundvierzig Schnecken oder der Pilger, der keiner war

Zugegeben, mein Foto kommt der wunderbaren Beschreibung, die Piero Chiara (1913 Luino ‒ 1986 Varese) in seiner Erzählung gibt, nur annähernd nahe. Sicher spielt dabei eine Rolle, dass ich es im September aufgenommen habe, während die Geschichte im Winter spielt. Chiara, Ich-Erzähler der sympathischen Kurzgeschichte, beschreibt seinen Spaziergang entlang der Kapellen hoch zur Wallfahrtskirche Santa Maria del Monte an einem Wintersonntag nach einem Mittagessen, das zu üppig ausgefallen war. Er hatte vierundvierzig Schnecken verdrückt. Die können schon mal schwer im Magen liegen, also mischt er sich unter die sportlichen Wanderer und Gläubigen, die für den Besuch der Messe im Heiligtum über Varese den langen Weg auf sich nehmen. Während des Aufstiegs kommt es erst zu einer peinlichen Begegnung und dann zu einem Missverständnis zwischen dem Erzähler und einem bekannten Geschäftsmann aus Varese. Chiara beschreibt auf vergnügliche Art sein verzweifeltes Bemühen, die Dinge klarzustellen.  

Was uns betrifft, begeben wir uns normalerweise nicht für einen Verdauungsspaziergang auf den Sacro Monte, wir wohnen allerdings auch nicht am Fuße des Berges. Für uns war der Aufstieg schon oft ein schöner Tagesausflug. Wir wandern hoch, um Appetit zu bekommen, damit wir uns oben in einem der kleinen Lokale den Bauch vollschlagen können, während wir die schöne Aussicht genießen. Hinunter braucht man sich dann nur noch rollen zu lassen. Allerdings bevorzugten wir für unsere Ausflüge bisher die warmen Monate. Nach der Lektüre von Piero Chiara möchte ich meiner Familie den Aufstieg im Winter schmackhaft machen. Dann gelingt vielleicht auch mir ein Foto, das den magischen Moment am frühen Abend einfängt. Dieses Panorama, wie von der Hand Gottes gezeichnet.

Lust auf die ganze Geschichte? Dann lest meine deutsche Übersetzung unter dem Titel „Die Hand Gottes“. Keine Bange, es wird kein mühsamer Aufstieg, die kurzweilige Lektüre geht nur über zwei Seiten:

Mehr zum Thema:

Hier erfahrt ihr mehr über den Sacro Monte von Varese, UNESCO-Weltkulturerbe.

Die in der Erzählung beschriebene Siebte Kapelle wird auf dieser Seite vorgestellt.

Ein Kurzportrait des Schriftstellers Piero Chiara findet ihr bei Wikipedia.

*Werbung, wie immer unbezahlt.

Sacro Monte di Varese

“Guardi!”, mi disse dopo essersi ripreso e stendendo il braccio verso la pianura. “Lei non può non riconoscere la mano di Dio in tutto questo!” Un bordo cremisi delineava all’orizzonte una parte delle Alpi: creste lontane, verso il Gran Paradiso, che stavano per comparire nel buio. Il lago, sotto di noi, era color vinaccia e anch’esso prossimo a sparire nella notte.”

Piero Chiara

“La mano di Dio”, in Il nobil uomo Batosti e altri racconti*, Oscar Mondadori, I edizione Oscar scrittori moderni settembre 2013. Pagina 22.

Quarantaquattro lumache e il finto pellegrino

Certo, la mia foto si avvicina solo vagamente alla meravigliosa descrizione che Paolo Chiara (1913 Luino – 1986 Varese) fa nel suo racconto. Probabilmente perché è stata scattata a settembre, mentre la storia nel libro si svolge in inverno. Chiara, come narratore in prima persona del simpatico racconto, descrive la sua passeggiata lungo le famose cappelle fino al Santuario di Santa Maria del Monte in una domenica d’inverno dopo un pranzo che si era rivelato troppo “impegnativo”. Infatti, aveva mangiato ben quarantaquattro lumache! Troppo pesanti per lo stomaco e quindi decide di mescolarsi tra gli escursionisti sportivi e i fedeli che fanno dura salita per andare alla messa nel santuario del Sacro Monte di Varese. Durante la salita, un incontro imbarazzante tra il narratore e un noto imprenditore di Varese che finisce in un malinteso. Lo scrittore descrive in modo divertente gli sforzi disperati per chiarire la situazione.  

Per quanto riguarda noi, di solito non andiamo a fare una passeggiata digestiva sul Sacro Monte, ma non viviamo nemmeno ai piedi della montagna. Per noi, è stata spesso una bella gita di un giorno. Saliamo per farci venire l’appetito in modo da poterci riempire la pancia in cima in uno dei piccoli ristoranti mentre ci godiamo la bella vista. Dopodiché tutto quello che devi fare è lasciarti “rotolare giù”. Tuttavia, preferiamo i mesi caldi per le nostre escursioni al Sacro Monte. Grazie alla lettura di Piero Chiara, ho deciso di rendere la salita appetibile alla mia famiglia anche in inverno. Allora forse anch’io riuscirò a scattare una foto in grado di catturare il momento magico della prima sera, un panorama, come se fosse disegnato dalla mano di Dio.

Vuoi leggere tutta la storia? Qui trovi il testo completo del racconto „La mano di Dio“. Non ti preoccupare, non sarà una salita impegnativa, la lettura è divertente e di solo due pagine:

Per saperne di più:

Scopri di più sul Sacro Monte di Varese, patrimonio mondiale dell’UNESCO.

La Settima Cappella descritta nel racconto è presentata in questo sito.

Per saperne di più sulla vita dello scrittore Piero Chiara, consiglio la pagina del Premio Chiara.

*Pubblicità, non pagata.

Doot uff Laatschn

Il tuo aspetto oggi è un po’ … cadaveresco!

Dass es sich bei der hämisch grinsenden Bemerkung meiner Kollegin nicht um ein Kompliment handelte, war mir angesichts meiner physischen Verfassung klar.

Come, prego?“ „Was meinst du?“, fragte ich irritiert.

Intendevo, che sei un po’ pallidina oggi.” „Ich meinte, du bist ein wenig blass heute.“

Nach einem Wochenende im Liegen und mit Eimer neben dem Bett, begann mein nicht gerade auf Hochtouren laufendes Gehirn zu rattern. Was hatte sie bloß gesagt, was bedeutete dieses Wort „cada… wasweißdennich“. Das Suffix „esco“ klang ja immerhin recht zauberhaft, erinnerte an pittoresk, burlesk, kafkaesk, alles sehr gebildet und vornehm. Aber nein, sie sprach von ca-da-ver-esco.

„Du meinst, ich sähe heute aus wie ein Kadaver!“, platzte es aus mir heraus, als der Groschen endlich gefallen war.

Meine ehrliche Kollegin grinste und zog die Schultern hoch. Und sie hatte recht. Ich grinste zurück, so gut es eben ging, und nahm es mit Humor und Stolz, einen neuen Begriff gelernt zu haben. Auf der Heimfahrt im Auto kam ich drauf, wie man in Deutsch sagen würde: Du siehst aus wie der Tod auf Latschen. So jämmerlich mir immer noch zumute war, huschte mir doch gleich ein Schmunzeln über das Gesicht, als ich an unsere heimatliche Redewendung dachte. Und wahrscheinlich war es sogar der Berliner Dialekt, der mir im Ohr klang: Doot uff Laatschn.

Später wollte ich meine Familie an der Freude über mein neues bildungssprachliches Wort teilhaben lassen, stieß aber nur auf ungläubige Blicke. Den wohlklingenden Begriff cadaveresco gibt es gar nicht! Alle Achtung, solch wortgewandte Kreativität hätte ich meiner Kollegin gar nicht zugetraut. Vielleicht wollte sie es auch nur ein wenig netter sagen. Cadaverico, wie „leichenblass aussehen“ wirklich genannt wird, klingt doch viel brutaler, findet ihr nicht?

Nun bleibt noch zu erwähnen, dass das von Kindern und Kommerz geliebte Fest am heutigen Tage absolut nicht meins ist. Wie um eine unfreiwillige Teilnahme zu verhindern, ereilt mich fast jedes Jahr am besagten Tag und drumherum eine gruselige Magenverstimmung. Die ist nur insofern praktisch, dass ich aufs Verkleiden verzichten kann. Ich sehe nämlich schon aus wie besagter Tod auf Latschen. Es scheint fast, als hätten meine Töchter in diesem Jahr Glück, und die Spielverderber-Mama hat ihre Halloween-Übelkeit bereits hinter sich. Das Timing stimmte nicht ganz, aber die Jahreszeiten spielen ja auch immer verrückter. Und so kam es dazu, dass ich diesen Beitrag zu einem Anlass verfasste, den ich doch ignorieren wollte. Wegen eines kleinen, hämisch nett gemeinten, nicht einmal existierenden Wortes. Ich habe es in meinen Kreativwortschatz übernommen.

Habt einen schaurig schönen, nur dank Make-ups „kadaveresken“ letzten Abend im Oktober!

Titelbild: Symbolbild von Pexels. So jung wäre ich gerne noch einmal. So müde bin ich (fast) immer.

Unbezahlbar

Italiener kennen sich aus mit wirksamen Verboten. Wer hat schon noch 200.000 „vecchie Lire“ (alte Lire) zur Hand, um das ausgewiesene Bußgeld fürs Abladen von Müll zu entrichten. Das hochamtliche Schild, am vergangenen Sonntag während eines Waldspaziergangs in unserer Gegend entdeckt, bezieht sich erstaunlicherweise nicht nur auf die paar Quadratmeter unberührte Natur, sondern gleich aufs gesamte kommunale Territorium. Im Laufe der Jahre haben es hoffentlich auch alle Bürger des Ortes einmal gelesen. Das ist nicht unbedingt gesagt, angesichts der abgelegenen Stelle, an der es aufgestellt wurde. Zu Zeiten der Italienischen Lira war man sich der abschreckenden Wirkung der Geldstrafe offensichtlich nicht so sicher. Dass man es mit diesem Verbot ernst meinte, betonte man vorsorglich mit dem vorangestellten „severamente“ (streng).

„Es ist auf dem gesamten Gemeindegebiet streng verboten, Abfälle abzuladen. Zuwiderhandelnde werden mit einer Geldstrafe von 200.000 Lire belegt.“

PS: Im Zuge der Einführung des Euro 1999/2002 wurde der Wechselkurs zur Italienischen Lira mit 1 Euro = 1936,27 Lire festgelegt. Für 1.000 Lire bekam man 0,51646 Euro. 200.000 Lire entsprechen demnach in etwa 103 Euro.

Allein mit Adriano

Mein heimliches Verhältnis mit einem Italiener begann bereits, als ich von Italien noch nicht einmal träumen durfte.

Ausgerechnet aus der ehemaligen Sowjetunion stammt das Erinnerungsstück, das womöglich meine frühe, kindlich unschuldige Verbundenheit angeregt hat. Anfang der 80er-Jahre erhielt ich von meiner Brieffreundin Irina aus Rostow am Don ein Fan-Bild von Adriano Celentano. Es begleitet mich bis heute in meinem Taschenkalender, den ich immer und überall mit mir herumschleppe. Schade, dass ich keinen Kontakt zu Irina aufnehmen kann, denn bis auf ihren Namen und dieses Bildchen ist mir nur eine vage Erinnerung an unseren Briefwechsel geblieben. Ich würde sie gerne wissen lassen, dass ihr Geschenk heimgekommen ist, nach Italien.

Nun werdet ihr euch vielleicht fragen, was das kleine Wort Soli zu bedeuten hat. Kommt euch gar der Soli, Solidaritätszuschlag, in den Sinn? Aber nein, in Italienisch wird das S scharf ausgesprochen und das O … ach lassen wir das, es lässt sich schwer beschreiben. Ich war auch all die Jahre ahnungslos, erst von meinem Mann wurde ich mit italienischen Popsongs früherer Jahre bekannt gemacht und erfuhr, dass es sich bei Soli (allein im Sinne von zu zweit), um einen erfolgreichen Titel Celentanos aus dem Jahr 1979 handelt. Ich mag Celentanos Musik sehr und Soli ganz besonders. Ein umwerfend sympathisches Liebeslied aus anderen Zeiten. Als es noch ausreichte, den Fernseher auszuschalten und die Tür abzuschließen, um sich zu zweit von der Welt zurückzuziehen.

Hört mal rein und lasst euch von der eingängigen Melodie, Adrianos rauer Stimme und seinem provozierenden Blick betören. (Da hätte es dieses, nun ja, wie soll ich sagen, etwas eigenwilligen Outfits gar nicht bedurft.) Den Liedtext zusammen mit meiner deutschen Übersetzung findet ihr unter diesem Artikel.

Wie war das eigentlich mit der Präsenz italienischer Künstler in Ostdeutschland? Ich erinnere mich persönlich nicht, dass Adriano Celentano im DDR-Fernsehen als Sänger aufgetreten ist, wie beispielsweise seine Landsmännin Milva es durfte. Auch entsprechende Internetrecherchen brachten keine Ergebnisse. Aber wir kannten ihn als Schauspieler in seinen legendären Filmen mit Ornella Muti. Wer erinnert sich nicht an die Komödie „Der gezähmte Widerspenstige“? Übrigens gab es von diesem Kassenschlager zwei deutsche Synchronfassungen. Einige Beispiele für die unterschiedliche Wortwahl in Ost und West finden sich dazu bei Wikipedia. Ich hätte große Lust, beide Versionen anzuhören und auch mal zu vergleichen. Und dabei darauf zu achten, ob es tatsächlich nur in der DDR-Fassung Aussprachefehler gab, wie die falsche Betonung der Silben im Ort Bergamo. Sicher hatte man in Westdeutschland italienische Muttersprachler als Berater … Scusate, entschuldigt, jetzt bin ich vom Thema abgekommen. Schnell zurück zu unserem Helden und was mich mit ihm verbindet. Celentanos gefederter Gang, die schlaksigen Bewegungen, perfektioniert und auf die Spitze getrieben im Tanz, brachten ihm in Italien den Spitznamen „Il Molleggiato“ (Der Gefederte) ein. Noch bevor ich das wusste, ist mir genau dieser gefederte Gang tatsächlich einmal in die eigenen Knochen gefahren. Es war bereits nach der Wende, aber noch in Deutschland. Da gab es diesen Moment, in dem ich mich fühlte wie er. Ich lief und bewegte mich wie Celentano. Ehrlich! Nein, ich nahm damals keine Drogen, und nein, ich ging daraufhin nicht zum Psychiater. Dieses zugegeben äußerst seltsame Gefühl ging schließlich so schnell wieder vorbei, wie es in mich gefahren war. Eine weitere, weniger beunruhigende Begegnung mit „dem Celentano in mir“ hatte ich einige Jahre später in Italien. Mein Mann verglich mich eine Zeit lang mit dem älteren Celentano. Mit dem, der seit Ende der 80er-Jahre seine eigenen abendfüllenden Fernsehshows moderierte. „Mach nicht immer solche Celentanesischen Pausen!“, kritisierte mein Mann damals augenzwinkernd. Was der Entertainer als Moderator auf der Bühne wohl als Stilmittel einsetzte, um sein Gegenüber zu verunsichern oder sein Publikum in Spannung zu halten, das geschah mir natürlich nur, wenn mir beim Sprechen die Worte fehlten. Das war keine Taktik, auch wenn ich es gerne als solche verkauft hätte.

Ich weiß, in Deutschland ist es längst ruhiger geworden um den Musiker, Schauspieler und Entertainer Celentano. Seit ich in Italien lebe, gab es hier aber starke neue Alben und viele Fernsehauftritte. Anlässlich seines 80. Geburtstags wiederholte Canale 5 am 6. Januar 2018 das legendäre Konzert, das Celentano 2012 in der Arena von Verona gegeben hatte. Auch mein Mann und ich saßen an jenem Abend wie insgesamt 3,4 Millionen Italiener vorm Bildschirm. Mein Erinnerungsstück hatte ich dekorativ am Fernseher positioniert.

So sah das aus. Ratet mal, welchen Titel Celentano hier gerade sang?
Der Trailer bei Canale 5 im Januar 2018

Während der Recherche zu meinem Artikel schaute ich mir noch einmal einen Videoausschnitt vom Konzert auf YouTube an. Unter den vielen Kommentaren stolperte ich über diesen hier: „Челентано, любовь моя!“ (Celentano, mein Liebster!) Irina???

Immer, wenn ich meinen Taschenkalender zur Hand nehme und Adriano grinsen sehe, denke ich, es war wohl doch ein bisschen Vorhersehung dabei. Damals, als ich das Fan-Bild von meiner sowjetischen Brieffreundin erhielt, wusste ich noch nicht, was mir dieses Grinsen sagen wollte. Heute grinse ich zurück. Ciao Adriano!

Soli – Allein

È inutile suonare qui non vi aprirà nessuno

Zwecklos, an der Tür zu läuten, niemand wird euch öffnen

Il mondo l’abbiam chiuso fuori con il suo casino

Wir haben die Welt und ihren Trubel ausgesperrt

Una bugia coi tuoi

Eine Ausrede gegenüber deinen Eltern

Il frigo pieno e poi

Der Kühlschrank voll und

Un calcio alla tivù

der Fernseher aus (wörtlich: dem Fernseher einen Fußtritt verpasst)

Solo io solo tu

Nur ich und du

È inutile chiamare non risponderà nessuno

Zwecklos, hier anzurufen, keiner wird rangehen

Il telefono è volato fuori giù dal quarto piano

Der Telefonapparat ist aus dem vierten Stock geflogen

Era importante sai

Es war wichtig, weißt du

Pensare un poco a noi

Mal nur an uns zu denken

Non stiamo insieme mai

Nie sind wir richtig zusammen

Ora sì, ora sì

Aber jetzt, aber jetzt

Soli

Allein

La pelle come un vestito

Die Haut ist unsere Kleidung

Soli

Allein

Mangiando un panino in due

Wir teilen uns ein belegtes Brötchen

Io e te

Ich und du

Soli

Allein

Le briciole nel letto

Krümel im Bett

Soli

Allein

Ma stretti un po‘ di più

Aber ganz dicht beieinander

Solo io solo tu

Nur ich und du

Il mondo dietro ai vetri sembra un film senza sonoro

Die Welt drauβen vorm Fenster wie ein Film ohne Ton

E il tuo pudore amando rende il corpo tuo più vero

So verschämt, wie du liebst, ist dein Körper wahrhaftig

Sei bella quando vuoi

Du bist schön wenn du willst

Bambina, donna e poi

Mädchen, Frau und dann

Non mi deludi mai

Du enttäuschst mich nie

È così che mi vai

So gefällst du mir

Soli

Allein

Lasciando la luce accesa

Das Licht lassen wir an

Soli

Allein

Ma guarda nel cuore chi c’è

Wir schauen uns ins Herz

Io e te

Ich und du

Soli

Allein

Col tempo che si è fermato

Die Zeit ist stehen geblieben

Soli

Allein

Però finalmente noi

Endlich wir zwei

Solo noi, solo noi

Nur wir, nur wir allein

Soli, Song von Adriano Celentano, gleichnamiges Album veröffentlicht 1979. Songwriter: Cristiano Minellono / Michele Del Prete / Salvatore Cutugno. Deutsch: eigene Übersetzung.

Termingeschäfte

Immer wenn ich nach Deutschland reise, stelle ich fest, wie gut die Deutschen es haben. Sie wissen es nur nicht. Da ist zum Beispiel die Sache mit den Ärzten. Nein, nicht die unsterblichen Berliner Punkrocker, ich spreche von der medizinischen Versorgung. Mein Mann sagt immer: Wenn es dir in Italien mal richtig schlecht geht, ist gut für dich gesorgt. Ab in die Notaufnahme, und in den Krankenhäusern (ich spreche hier nur aus eigener Erfahrung in Norditalien) kümmert man sich nach aller Kunst und mit allen Mitteln. Unbequem wird es, wenn man für Kontrollen oder kleine Zipperlein, um auszuschließen, dass es ernste Sachen sind, einen Facharzt aufsuchen möchte. In einer solchen Situation kann man nicht einfach beim erstbesten Spezialisten vorbeigehen, seine Quartalsgebühr bezahlen und sich behandeln lassen. In Italien wird es kompliziert. Zunächst einmal muss der Hausarzt eine Überweisung ausschreiben. Damit begibt man sich auf die Suche nach einem freien Termin, irgendwo in der Provinz. Nix mit Arzt des Vertrauens, oder dem, der am bequemsten erreichbar ist. Man kann froh sein, innerhalb der nächsten sechs Monate einen Termin zu bekommen, der dann natürlich auf einen willkürlichen Wochentag und in die Mittagszeit fällt, so dass man sich von der Arbeit freinehmen muss, um in ein kilometerweit entferntes Krankenhaus oder Diagnosezentrum zu fahren. Und beim nächsten Mal geht es wieder so, wäre ja schön, wenn man dann immer wieder zum selben Spezialisten gehen dürfte. Wer diese in Deutschland selbstverständliche Betreuung aus einer Hand wünscht, muss in Italien tief in die Tasche greifen und in ein privates Studio gehen. Dort sitzt man dann mitunter demselben Herrn oder derselben Frau Doktor gegenüber, der oder die zweimal die Woche vormittags auch ein Gastspiel im öffentlichen Krankenhaus gibt. Um dort behandelt zu werden, hätte man sich monatelang gedulden müssen. Privat genügt ein Anruf, die Uhrzeit für den Termin ist verhandelbar, und zack, ein paar Tage später und um 150 Euro erleichtert bekommt man seine Visite. Wenn man Glück hat, gibt es anschließend sogar anstandslos eine Rechnung. Manchmal muss man auf deren Ausstellung aber bestehen. Die privaten Arztpraxen sind gut besucht. Man kann oder muss es sich leisten können*. Wenn es mal nicht so dringend ist, gehen wir persönlich den Weg über das Kassensystem. Schon aus Trotz. Kommt es dann zu irrsinnig langen Wartezeiten, zitiert mein Mann gern folgende berühmte Szene aus der Komödie „Fantozzi subisce ancora“ (Sinngemäß: Fantozzi wird erneut vom Pech verfolgt). Darin versucht der bedauernswerte Held Ugo Fantozzi**, in der gynäkologischen Station des Krankenhauses einen Termin für eine Schwangerschaftsunterbrechung (keine Sorge, soweit kommt es nicht) zu organisieren, verzweifelt Schmiergeld an jede vermeintlich hilfreiche Person verteilend. Als er endlich mit dem Chefarzt in Vertretung sprechen darf, geht der Dialog in etwa so:

Wann kann ich denn für meine Tochter einen Termin bekommen?

In zwei Jahren etwa, eher wird das nichts.

Aber, wie denn … eine Schwangerschaft dauert doch nur neun Monate.

Ach, tatsächlich? Ich habe Ihnen doch gesagt, dass ich Orthopäde bin, da kenne ich mich nicht aus.

Beschriebene Szene aus dem Film „Fantozzi subisce ancora“.

Keine Sorge, dieser Film spielte Anfang der 80er-Jahre, und davon mal abgesehen, sind Komödien zum Glück nur eine grotesk übertriebene Abbildung der Realität. Ich selbst habe mich bei zwei Geburten in Italien gut betreut gefühlt. Ohne vorherige Anmeldung, Reservierung der gewünschten Räumlichkeiten, Vorgespräche und Abstimmungen, welchen Verlauf die Geburt nach meinen Vorstellungen nehmen sollte. So ähnlich, habe ich gehört, soll es in Deutschland möglich sein? Alles Firlefanz! Das Ding läuft, wie es laufen soll, Hauptsache, man ist in medizinisch kompetenten Händen. Es gibt nun mal zum Glück noch Ereignisse in unserem digitalisierten und durchgeplanten Leben, die nicht organisiert werden können und sollen. Bei allen vorher erdachten Ablaufszenarien im vermeintlich idealen Setting wird sich im entscheidenden Moment die Natur zu Wort melden und Improvisation gefragt sein. Fürsorgliche Eventplaner mögen da in guter Absicht handeln, sind aber, wenn ihr mich fragt, fehl am Platz.

*Nun muss ich noch klarstellen: Auch im staatlichen italienischen Gesundheitswesen gibt es Facharztbesuche nicht kostenlos, ein sogenanntes Ticket ist immer aus der eigenen Tasche zu bezahlen. Dieses beläuft sich aber in der Regel auf 25 bis 50 Euro, bei Laboruntersuchungen geht es mitunter auch in den dreistelligen Bereich. Für finanziell schlechter gestellte und Personen mit chronischen Krankheiten gibt es Freistellungen.

**Ugo Fantozzi ist eine italienische Literatur- und Filmfigur, die den klassischen obrigkeitshörigen Verlierer der Gesellschaft verkörpert, geschaffen und interpretiert vom unvergessenen Paolo Villaggio.

Titelbild: Der aufmerksame Betrachter hat sofort gesehen, dass es sich bei dem Symbolbild von Pexels nicht um eine italienische Arztpraxis handelt. Das hat zwei grundlegende Vorteile: Das Bild ist für mich kostenlos, und Verbindungen von im Text getroffenen Aussagen mit lebenden Personen in Italien sind zweifelsfrei ausgeschlossen. Pexel Photo 2182979.

Wenn der Funke zündet

Interview mit dem Schriftsteller Lorenzo Licalzi

Lorenzo Licalzi, 1956 in Genua geboren, hat seit 2001 zehn Bücher veröffentlicht ‒ neun Romane und einen Band mit Erzählungen ‒ und wurde unter anderem in Russland und Japan übersetzt. Sein erster Roman „Io no“ (2001) war ein großer Erfolg und wurde für das italienische Kino verfilmt. „Signor Ronaldi kratzt die Kurve“, im italienischen Original „L’ultima settimana di settembre“, ist sein erstes Buch in deutscher Übersetzung und erschien 2017 im Eisele Verlag.

Vorgeschichte: Es war 2007, als mir eine Freundin den Roman „Che cosa ti aspetti da me?“ (Was erwartest du von mir?) von Lorenzo Licalzi schenkte. Und ein anderes Buch, dessen Titel und Autor ich vergessen habe. Ob sie ahnte, welchen Treffer sie mit Licalzi bei mir landen würde? Ich muss dazusagen, dass ich damals selten las und noch seltener in Italienisch. Ich war gerade Mutter geworden und wenn die Kleine mal schlief, sah ich zu, Hausarbeiten zu erledigen oder legte mich selbst hin, erschöpft von durchwachten Nächten. Dennoch geschah etwas Unglaubliches: Licalzis humorvolle, aufwühlende Geschichte einer späten Liebe im Altersheim löste einen irrwitzigen Gedanken in mir aus, den ich nicht wieder loswurde. Sie weckte den Wunsch in mir, mich an eine Übersetzung zu wagen. Ich spürte, dass dieser besondere Roman auch die deutschen Leser in ihren Bann ziehen würde. Auch wenn ich in den folgenden Jahren, zurück im Beruf, nicht zur Umsetzung meines Vorhabens kam (und es als ein unrealistisches Hirngespinst abtat), köchelte die Idee auf kleiner Flamme in mir weiter. Als ich einige Jahre später seine Erzählungen „La vita che volevo“ (Das Leben, das ich wollte) las und erneut Feuer und Flamme war, wagte ich es und kontaktierte Licalzi. Mit seiner Zustimmung übersetzte ich „L’ultima settimana di settembre“ und versuchte, den Roman bei deutschen Verlagen unterzubringen. Mein Wunsch ist in Erfüllung gegangen: Das Buch erschien in deutscher Sprache, in einer wunderbaren Version von Luis Ruby, einem erfahrenen Literaturübersetzer. Für mich bleibt die Erinnerung an diese Arbeit eine schöne, wertvolle Erfahrung. 

Im September 2021 führte ich ein Gespräch mit Lorenzo Licalzi, um für euch mehr über seinen Werdegang zu erfahren und herauszufinden, was ihn als Schriftsteller beflügelt.

Lorenzo, nach dem Studium der Psychologie warst du Mitgründer und Geschäftsführer eines Seniorenheims. Aber das war nicht deine wahre Bestimmung. Die Erzählung „La vita che volevo“ beschreibt jenen zündenden Moment, in dem dir das klar wurde. Verrätst du uns, ob sich diese Geschichte mit der Zigeunerin an der Ampelkreuzung tatsächlich zugetragen hat?

Ja, das ist mir passiert. Du weißt, in den Texten eines Autors steckt immer auch Autobiografisches. In dieser Erzählung habe ich das Geschehene ein wenig überzogen, auf eine literarische Ebene gebracht, aber ja, diese Szene im Auto ist mir wirklich genau so passiert. Nun kann ich nicht die Hand dafür ins Feuer legen, ob die Worte der Zigeunerin exakt die waren, die ich schrieb: „Ma è questa la vita che volevi?“ (Ist das nun das Leben, das du dir vorgestellt hattest?), aber sie sagte etwas in der Art. Die Worte „vita“ und „volevi“ erinnere ich genau. Diese Situation, in der mir alles über den Kopf wuchs, und dann dieser fast surreale Moment, die Intensität in ihrem stechenden Blick, hat bei mir etwas ausgelöst, öffnete eine Tür. Mir wurde klar, dass es so nicht weitergehen konnte.

Und dann hast du die Leitung des Seniorenheims abgegeben …

Nicht sofort, aber ich nahm mir eine Auszeit, zumal auch unser zweites Kind, mein Sohn, gerade auf die Welt kam. Ich war damals 38 und es war nicht so, dass ich ein schlechtes Leben führte, aber zum Unternehmer muss man geboren sein. Für mich war es eine wertvolle Erfahrung, doch ich bin eher der Typ, der in der Ruhe sein Gleichgewicht findet, nicht unter Druck. In meinem Sabbatjahr habe ich dann den ersten Roman geschrieben. Ich fand Freude an meinem neuen Leben, wollte nicht mehr zurück und gab die Unternehmertätigkeit schließlich auf. Was ich aber zunächst fortsetzte, das war meine Tätigkeit als Psychologe für das Militärkrankenhaus, eine Arbeit, die mich nicht belastete. Und plötzlich hatte ich nicht nur die Nachmittage, sondern vor allem den Kopf frei. Mittlerweile, seit etwa zehn Jahren, widme ich mich ausschließlich der Schriftstellertätigkeit.

Wie gelang es dir, dein erstes Buch zu veröffentlichen?

Indem ich etwas anders machte als die anderen. In der allerersten kreativen Phase schrieb ich vier Erzählungen, deren Protagonisten jeweils verschiedene Seiten meiner eigenen Persönlichkeit verkörpern, und ich war überzeugt, sie könnten ein gutes Buch abgeben. Ich schickte sie unter anderem an das aufstrebende Römische Verlagshaus Fazi Editore, aber nicht auf normalem Weg, sondern mit einem frechen Brief direkt an den Verlagschef. Der hat ihn tatsächlich erhalten, er rief mich an und meinte: Wenn die Erzählungen so gut sind wie Ihr Brief, dann verlege ich Sie. Er las daraufhin die erste Geschichte, „Io no“ (Ich nicht), sie gefiel ihm, und er lud mich zur Vertragsunterzeichnung ein. Als ich dort vor ihm saß, überglücklich, fragte ich, wie ihm die anderen drei Geschichten gefallen hätten. Aber er hatte sie gar nicht gelesen. Er wollte keine Erzählungen veröffentlichen, sondern hatte in „Io no“ bereits das Potenzial für einen ganzen Roman erkannt. Er schickte mich also mit dem Auftrag nach Hause, aus den vierzig Seiten zwei- bis dreihundert zu machen. Ich war froh und besorgt zugleich, denn ich dachte, ich hätte schon alles erzählt, es würde mir kein weiteres Wort einfallen. Aber er hatte natürlich recht. Meine Texte waren keine Kurzgeschichten, sondern das Sujet von vier Romanen, die ich dann schrieb. Diese ersten vier sind meine „echtesten“ Romane, aus dem essenziellen Bedürfnis heraus entstanden, meine damals vierzig Lebensjahre literarisch zu verarbeiten. Die folgenden sind konstruierter, wenn man so will. Das heißt nicht, dass sie weniger gelungen wären, im Gegenteil. Der Roman, den ich persönlich für meinen besten halte, „L’ultima settimana di settembre“ (Die letzte Woche im September), ist 2015 erschienen und mein bislang vorletztes Werk.

Es klingt vielleicht abgedroschen, aber tatsächlich bringen mich deine Texte, und ich denke da besonders an meine erste Begegnung mit „Che cosa ti aspetti da me“, zum Schmunzeln oder gar Lachen, und dann, zwei Seiten weiter, zum Weinen wie ein Schlosshund. Dein unnachahmlicher Stil ist geprägt von der Kunst, Dramatik mit Ironie zu verbinden. Das gelingt so brillant nicht vielen …

Und das ist tatsächlich nicht leicht. Man wandelt immer auf einem verdammt schmalen Grad, riskiert, ins Groteske zu verfallen und unglaubwürdig zu sein. Auch „L’ultima settimana di settembre“ gehört zu diesen Romanen, die an sich tragisch sind, aber gleichzeitig komische Passagen enthalten.

Stimmt, diese Geschichte kenne ich, wie du weißt, noch besser als die anderen. Ich mochte sie ganz besonders, mit ihrer großartigen Balance zwischen tragischem Geschehen einerseits und Ironie an der Grenze zum Sarkasmus andererseits. Der Roman hat in der deutschen Veröffentlichung einen anderen Titel. Offensichtlich Marketingüberlegungen folgend, bedient man hier ein bisschen Klischees, die sich in den Köpfen der Deutschen im Hinblick auf Italien finden. Insbesondere der Untertitel, der von einer „verrückten“ Reise spricht, birgt meiner Meinung nach die Gefahr, dass falsche Erwartungen geweckt werden. Wie ist „Signor Rinaldi kratzt die Kurve“ denn gelaufen?

Buchcover im Vergleich: Original und Übersetzung.

Ich würde sagen, recht gut. Das lässt sich auch daran erkennen, dass es mittlerweile eine Taschenbuch-Edition gibt. Und dabei gab es keine großen Marketingaktionen oder Auftritte, dazu war mein Name zu unbekannt und der junge Verlag, der damals gerade sein erstes Programm mit vier Titeln veröffentlichte, noch nicht aufgestellt. Mit der Berühmtheit und dem Erfolg ist es ohnehin so eine Sache. In Italien liege ich mit meinen zehn Romanen, die ich bisher geschrieben habe, auf der Bekanntheitsskala der einheimischen Schriftsteller so in etwa in der Mitte, würde ich sagen. Aber ich bin stolz, in diesem Mittelfeld der Berühmtheit der einzige zu sein mit zehn Titeln, die allesamt auch als Taschenbuch erschienen sind, etwa die Hälfte bereits in 15. Auflage mit durchschnittlichen Auflagen von 2.000 Stück. Die Mundpropaganda funktioniert, Leser empfehlen meine Bücher weiter, und so wird auch „Io no“, vor zwanzig Jahren erschienen, bis heute immer wieder neu gedruckt.

Ein gutes Zeichen. Auch ohne teures Marketing hältst du dich gut und deine Geschichten scheinen nicht aus der Mode zu kommen. Wie findest du eigentlich die Ideen zu deinen Romanen?

Eine Idee habe ich, trage sie im Kopf mit mir rum oder schreibe sie auf, aber das reicht nicht. Damit aus einer Idee ein Roman wird, braucht es mehr. Ich bin nicht der Typ Schriftsteller, der jeden Tag diszipliniert drei Stunden oder eine bestimmte Anzahl Seiten schreibt. Ich schreibe lange Zeiten gar nicht, aber wenn ich anfange, dann muss es fließen. Ich muss selbst in die Geschichte eintreten, sie muss ein Teil von mir werden. Das passiert nicht immer, man kann auch eine gute Idee haben, aber beim Schreiben bleibt man draußen, die Dialoge bleiben einem fremd. Es muss zünden. Mir geht es normalerweise so, dass ich schreibe, und nach dreißig, vierzig Seiten zündet dieser Funke, das hat womöglich mit dem Mysterium der Kreativität zu tun. Dann trete ich in die Geschichte ein, und obwohl immer noch ich es bin, der sie schreibt, übernimmt auch die Geschichte selbst hin und wieder die Regie. Sie trägt mich, ihren Autor, auch mal woanders hin, es kommt zu einer Entwicklung, an die ich vorher nicht gedacht hatte. Wenn dieser magische Moment nicht eintritt, dann muss man auch dazu bereit sein, eine womöglich gute Idee zu verwerfen, dann wird kein Roman draus. So ist es mir selbst einige Male ergangen. 

Und dann, wenn der kreative Funke gezündet hat, wie lange schreibst du an einem Manuskript?

Erstmal muss ich unbedingt weiterkommen, die Geschichte vorantreiben, in drei Wochen habe ich die Rohfassung meist geschrieben. Dabei bin ich dermaßen in kreativer Eile, dass ich die Dialoge knapp und nüchtern belasse, ich selbst weiß ja alles, weiß, wie sich die Protagonisten dabei fühlen. Erst im zweiten Durchgang halte ich mich damit auf, die Sätze anzureichern, dem Leser die Gefühle der handelnden Personen zu beschreiben. Aus 200.000 Zeichen werden dann 350.000, mal grob gesprochen.

Hast du literarische Vorbilder, Werke, die dich inspiriert haben?

Mein absoluter Lieblingsautor ist der Japaner Haruki Murakami, in Italien ist es Andrea De Carlo. Das mit De Carlo ist interessant für meinen Werdegang, lass mich das noch kurz erzählen. Bis ich 38 war, hatte ich nichts von De Carlo gelesen, dann las ich „Due di due“ (Zwei von zwei), und diese Geschichte, speziell ihr Protagonist Guido, hat mich dazu animiert, meinen ersten Roman zu schreiben. Francesco Massa aus „Io no” wäre der beste Freund von Guido, und das schrieb ich auch De Carlo in einem Brief. Es ist eigentlich so, dass ich mich schwer damit tue, wenn Leute sagen, ein Buch hätte ihr Leben verändert. Wie ist das möglich, möchte ich fragen, wie leer war denn ihr Leben bis dahin? Also wenn überhaupt, dann sollte nur die Bibel dazu in der Lage sein, ein Leben zu verändern. Oder vielleicht noch das erste Buch, das du in der Jugend liest und dir die Welt der Literatur eröffnet. Und doch, in meinem Fall hat ein Buch, „Due di due“ von De Carlo, meinen Wunsch geweckt, selbst eins zu schreiben. Vielleicht hätte ich auch anders und sowieso mit dem Schreiben begonnen, aber sein Buch gab den Anstoß mit dem Funken, der damals bei mir gezündet hat.

Deinen neuesten Roman, „Le Alternative dell’Amore“ (Die Alternativen der Liebe), 2019 erschienen, habe ich mir gerade besorgt und werde ihn als nächstes lesen. Nun interessiert mich natürlich, ob du schon an einer neuen Geschichte arbeitest …

Nein, seit dem ersten Lockdown schreibe ich überhaupt nicht, ich mache mir auch keinen Druck. Ich könnte mich natürlich hinsetzen, mit der Erfahrung, die ich habe, und einen weiteren Roman schreiben, aber man muss etwas zu sagen haben. Derzeit kommt es mir so vor, als ob ich schon alles erzählt habe, was mir wichtig war. Also stresse ich mich nicht.

Danke, lieber Lorenzo, für unser Gespräch. Ich gehöre selbstverständlich zu denen, die Mund-zu-Mund-Propaganda für dich betreiben. Den deutschen Lesern meines Blogs legte ich „Signor Ronaldi kratzt die Kurve“ bereits ans Herz und tue es hiermit noch einmal. Ich hoffe, es werden weitere deutschsprachige Veröffentlichungen folgen.

Signor Rinaldi kratzt die Kurve*

Aus dem Italienischen von Luis Ruby

Originaltitel: L’ultima settimana di settembre, Rizzoli 2015

Eisele Verlag

ISBN: 978-3-96161-012-9 (Taschenbuch)

Worum es geht: Tragisch und originell, humorvoll und im selben Moment emotional berührend, das ganze gewürzt mit einer Prise Sarkasmus. Es ist die Geschichte des achtzigjährigen Schriftstellers Pietro Rinaldi, der den Tablettencocktail für seine letzte Reise schon angerührt hat, als ihn das Leben zurückruft: Eine Reihe unvorhergesehener Ereignisse und sein fünfzehnjähriger Enkel Diego stellen Rinaldi vor überraschende Herausforderungen.

*Werbung, wie immer aus persönlicher Überzeugung und unbezahlt.

Titelbild: Zur Verfügung gestellt von Lorenzo Licalzi.

Quando scatta la scintilla

Intervista con lo scrittore Lorenzo Licalzi

Lorenzo Licalzi, nato a Genova nel 1956, dal 2001 ha pubblicato dieci libri – nove romanzi ed un volume di racconti – alcuni tradotti anche in russo e giapponese. Il suo primo romanzo “Io no” (2001) fu un grande successo da cui è stata creata anche la versione cinematografica. “Signor Rinaldi kratzt die Kurve”, in italiano “L’ultima settimana di settembre”, è il suo primo libro tradotto in tedesco pubblicato dalla casa editrice “Eisele Verlag” nel 2017.

A settembre ho parlato con lui per saperne di più sulla sua creatività letteraria e su cosa lo ispirasse come scrittore.

Lorenzo, dopo aver studiato psicologia, sei stato cofondatore e direttore di una casa di riposo. Ma quello non era il tuo vero destino. Il racconto “La vita che volevo” descrive il momento in cui l’hai capito. Può dirci se questa storia della zingara al semaforo è realmente accaduta?

Sì, è successo davvero. Sai, c’è sempre qualcosa di autobiografico nei testi di un autore. In questa storia ho enfatizzato un po‘ quello che è successo, l’ho portato ad un livello letterario, ma sì, questa scena in macchina mi è successa davvero esattamente così. Ora non posso mettere la mano sul fuoco se le parole della zingara erano esattamente quelle che ho scritto: “Ma è questa la vita che volevi?”, ma lei ha detto qualcosa del genere. Ricordo chiaramente le parole “vita” e “volevi”. In questa situazione, giunta nel momento in cui tutto per me era troppo stressante, ho vissuto un momento quasi surreale, l’intensità dello sguardo penetrante della zingara ha fatto scattare qualcosa in me, aprendo una porta. Ho capito che non potevo continuare così.

E poi hai terminato le attività della gestione della casa di riposo …

Non subito, ma mi sono preso del tempo libero, soprattutto da quando è nato il mio secondo figlio. Avevo 38 anni al tempo e non è che avessi una brutta vita, ma bisogna essere nati per fare l’imprenditore. Per me è stata un’esperienza preziosa, ma io sono più il tipo che raggiunge l’equilibrio con la pace, non sotto pressione. Mi sono preso un anno sabbatico e ho scritto il mio primo romanzo. Ho trovato gioia nella mia nuova vita, non volevo tornare indietro e alla fine ho rinunciato a fare l’imprenditore. In un primo momento ho continuato a svolgere il mio lavoro di psicologo per l’ospedale militare, un lavoro che non mi metteva pressione. E improvvisamente non solo avevo i pomeriggi liberi, ma soprattutto la testa libera. Nel frattempo, per circa dieci anni, mi sono dedicato esclusivamente alla scrittura.

Come sei riuscito a pubblicare il tuo primo libro?

Facendo qualcosa di diverso dagli altri. Nella primissima fase creativa, ho scritto quattro racconti in cui i protagonisti incarnavano ognuno diversi lati presi dalla mia personalità, ed ero convinto che potessero declinarsi in un buon libro. I testi li ho inviati ad alcune case editrici, tra cui la nascente casa editrice romana “Fazi Editore”, non nel canonico modo, ma con una lettera abbastanza demenziale direttamente all’attenzione del direttore editoriale. Una volta ricevuta la mia lettera, mi ha chiamato e mi ha detto: se le tue storie sono brillanti come la tua lettera, ti pubblicherò. Dopo che lui aveva letto la mia prima storia, “Io no”, preso dall’entusiasmo mi ha invitato a firmare il contratto. Mentre ero seduto davanti a lui, felicissimo, ho chiesto cosa ne pensasse delle altre tre storie. Ma, indovinate un po‘, non ne aveva letta nessuna. Non voleva pubblicare racconti, ma aveva già riconosciuto in “Io no” il potenziale per un intero romanzo. Così mi ha mandato a casa con il compito di trasformare le quaranta pagine in due o trecento. Ero felice e preoccupato allo stesso tempo, perché pensavo di aver già detto tutto, che non avrei potuto pensare ad un’altra parola. Ma aveva ragione, naturalmente. I miei testi non erano racconti, ma i soggetti di quattro romanzi che poi ho scritto. Questi primi quattro sono i miei romanzi più genuini, nati dal bisogno essenziale di elaborare in forma letteraria i miei allora quarant’anni di vita. I seguenti sono più costruiti, se volete. Questo non significa che siano meno riusciti, al contrario. Il romanzo che personalmente considero il mio migliore, “L’ultima settimana di settembre”, è stato pubblicato nel 2015 ed è il mio penultimo fino ad oggi.

Può sembrare banale, ma in effetti i tuoi testi, e penso soprattutto al primo incontro con “Che cosa ti aspetti da me”, mi fanno sorridere o addirittura ridere, e poi, due pagine più avanti, piangere come un vitello. Il tuo stile inimitabile è caratterizzato dall’arte di combinare il dramma con l’ironia. Non molte persone riescono a farlo in modo così brillante …

E questo non è proprio facile. Si cammina sempre su una linea dannatamente sottile, rischiando di cadere nel grottesco e di essere poco credibile. “L’ultima settimana di settembre” è anche uno di questi romanzi che sono tragici in sé, ma allo stesso tempo hanno passaggi comici.

È vero, come sai, conosco questa storia anche meglio delle altre. Mi è piaciuta particolarmente, è grande con il suo equilibrio tra eventi tragici da un lato e ironici al limite del sarcasmo dall’altro. Il romanzo ha un titolo diverso nella pubblicazione tedesca. Ovviamente seguendo considerazioni di marketing, cercavano un po‘ di luoghi comuni nella mente dei tedeschi nei confronti dell’Italia. In particolare, il sottotitolo, che parla di un viaggio “folle“, rischia, secondo me, di suscitare false aspettative. Com’è andato il “Signor Rinaldi kratzt die Kurve”?

La copertina italiana e quella tedesca.

Direi abbastanza bene. Questo si vede anche dal fatto che ora c’è un’edizione tascabile. E non sono state fatte grandi campagne di marketing, il mio nome era troppo sconosciuto per questo e anche la casa editrice era appena partita ed io ero una delle sue prime quattro pubblicazioni su cui puntavano. La celebrità e il successo sono difficili da raggiungere. In Italia, con i dieci romanzi che ho scritto, direi che mi colloco in una fascia media della conoscenza degli scrittori nazionali. Sono comunque orgoglioso di essere l’unico autore con dieci libri, tutti pubblicati anche in edizione tascabile, la metà dei quali sono già alla quindicesima edizione con tirature medie di 2.000 copie. Il passaparola funziona, i lettori raccomandano i miei libri ad altri, e così “Io no”, pubblicato vent’anni fa, viene ancora ristampato adesso.

Un buon segno. Anche senza grande marketing costoso, stai andando bene e le tue storie non sembrano passare di moda. Come trovi le idee per i tuoi romanzi?

Quando ho una buona idea, me la porto in testa e la scrivo, ma non basta. Ci vuole di più perché un’idea diventi un romanzo. Non sono il tipo di scrittore che scrive tre ore o un certo numero di pagine ogni giorno in modo disciplinato. Non scrivo affatto per lunghi periodi, ma quando inizio, devo continuare. Entro profondamente nella storia, che diventa parte di me. Questo non accade sempre, puoi avere una buona idea, ma quando scrivi a volte rimani fuori, e i dialoghi ti fanno sentire estraneo. Deve scattare una scintilla. Di solito scrivo, e dopo trenta o quaranta pagine, quella scintilla si accende, ha qualcosa a che fare con il mistero della creatività. Poi entro nella storia, e anche se sono ancora io a guidarla, la storia stessa prende ogni tanto una direzione anche per me inaspettata. Se questa ispirazione non viene, allora bisogna essere pronti a scartare l’idea, anche se pensavo che fosse buona, e in questo caso non diventerà mai un romanzo, mi è successo diverse volte.

E poi, una volta che la scintilla creativa si è accesa, quanto tempo ti ci vuole per scrivere la prima versione?

All’inizio, devo portare la storia velocemente avanti, in più o meno tre settimane scrivo una bozza. Ho una tale fretta creativa che mantengo i dialoghi brevi e secchi, perché so tutto io, so come si sentono i protagonisti in quel momento. Solo in un secondo turno mi metto a dettagliare ed arricchire le frasi, descrivendo i sentimenti dei protagonisti ai miei lettori. 200.000 battute diventano poi 350.000, a grandi linee.

Hai degli scrittori preferiti o delle opere che ti hanno ispirato?

Il mio autore preferito in assoluto è il giapponese Haruki Murakami. Lo scrittore italiano che mi piace è Andrea De Carlo. La cosa di De Carlo ha influenzato la mia strada, lascia che te la racconti. Fino a 38 anni non avevo letto nulla di De Carlo, poi ho letto “Due di due”, e questa storia, soprattutto il suo protagonista Guido, mi ha ispirato a scrivere il mio primo romanzo. Francesco Massa di “Io no” sarebbe il migliore amico di Guido, e l’ho anche scritto a De Carlo in una lettera. In realtà io sento difficoltà quando le persone dicono che un libro ha cambiato la loro vita. Com’è possibile, vorrei chiedere, quanto era vuota la loro vita fino ad allora? Direi, semmai, solo la Bibbia dovrebbe essere in grado di cambiare una vita. O forse il primo libro che leggi da giovane, che ti apre il mondo della letteratura. Eppure, nel mio caso, un libro, “Due di due” di De Carlo, ha risvegliato il mio desiderio di scriverne uno io stesso. Forse avrei iniziato a scrivere ugualmente, ma il suo libro in quel momento mi ha acceso la scintilla.

Il tuo ultimo romanzo, “Le Alternative dell’Amore”, pubblicato nel 2019, l’ho appena ricevuto e lo leggerò prossimamente. Ora, naturalmente, sono interessata a sapere se stai lavorando a una nuova storia …

No, non ho più scritto dal primo lockdown, non mi metto neanche sotto pressione. Certo che potrei sedermi, con l’esperienza che ho, e scrivere un altro romanzo, ma bisogna avere qualcosa da dire. Al momento, mi sembra di aver già detto tutto ciò che era importante per me. Quindi non mi stresso.

Grazie, caro Lorenzo, per la nostra conversazione. Io sono, ovviamente, una di quelle che stanno facendo il passaparola per te. Ho già raccomandato il tuo libro “Signor Rinaldi kratzt die Kurve” ai lettori tedeschi del mio blog e lo faccio di nuovo qui. Spero che seguiranno altre pubblicazioni in lingua tedesca.

*Pubblicità, non retribuita.

Foto in copertina gentilmente fornita da Lorenzo Licalzi.

Ausgerechnet Sonntag

Wenn Feiertage auf Sonntage fallen, haben sie schlechte Karten. Der Tag der Deutschen Einheit hat es in diesem Jahr besonders schwer. Die Menschen fühlen sich eines arbeitsfreien Tages beraubt, und ein 31. Jahrestag reißt wohl so leicht keinen aus dem Sessel, zumal der 30. im vergangenen Jahr ausführlich zelebriert und durch die Medien gezerrt wurde. Zu allem Überfluss stellt das aktuelle Wahlergebnis erneut eher Trennendes als Vereintes ins deutsche Rampenlicht. Aber, seien wir mal ehrlich: Es ist gut, über Fehler der Vergangenheit zu diskutieren. Es ist besser, sich zusammenzuraufen, statt sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe zu schieben. Und es ist absolut gerechtfertigt zu sehen, wie gut es Deutschland und den Deutschen im internationalen Vergleich geht. Und darauf stolz zu sein.

So, nun aber Schluss mit altklugen Phrasen, zumal ich wohl gar nicht mehr mitreden sollte. Also beschränke ich mich auf meine Erinnerungen, und manchmal hilft ein Blick zurück auch dabei, den Blick zu schärfen für das Wesentliche im Hier und Jetzt. Für das, was wir haben und das, was wir uns wünschen. Ich trinke heute ein Gläschen auf meine alte Heimat und denke an Episoden, die meine deutsch-deutschen Beziehungen ausmachten. Vor einem Jahr schrieb ich dazu einen Artikel mit Puzzleteilen der Erinnerung an die Zeit vor und nach der deutschen Einheit. Da es damals hier noch nicht so regen Verkehr gab (Ich weiß, es heißt Traffic, aber wenigstens an einem deutschen Feiertag möchte ich meiner Muttersprache treu bleiben), lade ich an dieser Stelle gern noch einmal zum Lesen ein. Viel Vergnügen und einen schönen Feiertag! Auch, wenn es ein Sonntag ist.

Zum Lesen auf das Bild klicken oder hier entlang: Meine Deutsche Einheit.

Titelbild: Symbolbild von Pexels, Photo 5530170.